Feierstunde in Neckarzimmern
Villingen-Schwenningen. Seit Mai erinnert ein Memorialstein am Villinger Bahnhof an die vor 70 Jahren erfolgte Deportation der badischen Juden von Villingen nach Gurs. Jetzt wurde in Neckarzimmern ein zweiter Gedenkstein feierlich aufgestellt.
Das Mahnmal, das jetzt in der zweiten Auflage enthüllt wurde, geht zurück auf eine Initiative von Jugendlichen. Ziel ihres Mahnmalprojektes ist es, die Erinnerung an die Deportation von elf jüdischen Bürgern aus Villingen wach zu halten. Villingen gehörte zu einem der 137 Orte Badens, die an dieser Deportation mitwirkten. Am vergangenen Sonntag wurde an der zentralen Gedenkstätte in Neckarzimmern eine zweite Ausfertigung des Villinger Steins aufgestellt. Auf einer Bodenskulptur in Form eines Davidsterns wird für jede der 137 Gemeinden, aus denen Menschen deportiert wurden, ein Memorialstein befestigt.
Das erste Mahnmal, das über den lokalen Bereich hinaus der Verfolgung der badischen Juden gewidmet ist, weist nun auch auf das Schicksal der vertriebenen, verschleppten und ermordeten Juden Villingens hin. Damit konnte die über zwei Jahre andauernde Arbeit der Villinger Projektgruppe abgeschlossen werden.
Stadt schießt Restbetrag zu
Das Gesamtprojekt der Jugendlichen mit der Herstellung der beiden Steine sowie die Fundamentierung in Villingen und Neckarzimmern kostete letztlich 9634,13 Euro. Dafür haben die Jugendlichen über Spendenaktionen die Villinger Bürger mobilisiert, die insgesamt 8585,38 Euro spendeten.
Den Fehlbetrag von 1048,75 Euro übernimmt die Stadt, die bereits eine Unterstützung bis zu 2000 Euro zugesagt hat.