Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

V S-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 21. Folge dieser Serie geht es um Wesch, wäsche, wische, kehre, butze und ­Butze.

Was ein Buchstabe ausmachen kann, merkt man an folgenden Worten: Wesch duet mer bi iis wäsche, möglichst mit Soapfebulver.

Damit ist aber nicht nur Bett- oder Unterwäsche gemeint, sondern alle waschbaren Gegenstände. Bei Tafel- und Kochgeschirr nennt man es dann aber abwäsche.

Mit einem Kehrwisch kann man den Boden sauber wische. Um ihn nass zu säubern, zu butze, braucht man Butz­eimer, Lappe und Schtrupfer.

Das übrig gebliebene Kerngehäuse eines Apfels ist der Butze. Für eine vage Zeitangabe sagt man hier zum Beispiel gerne mal: so anne 1900epfelbutze!

Wer nicht gerade ein ­Wannenbad nimmt, der macht zumindest eine Katzewesch, mit oder ohne Wäschlappe.

Ein Dialog zweier Lausbuben: "Wie lang bruchsch du zum dich alege (bekleiden) am Morge?" "Du, do bruch ich konni zwoa Minutte!" "Awa, ich bruch do nit emol oane! "Jo scho, aber ich wäsch mich jo au nebeher!"