Magnetresonanztomografie-Geräte ermöglichen dreidimensionale Bilder des Körpers. Arbeiten im Zeitplan.
Schwarzwald-Baar-Kreis - Erst Pressspanplatten, dann Druckguss und schließlich antimagnetischen Stahl legen die Arbeiter der Firma Geis akribisch zu einem Mosaik im Flur aus. Es ist ein "roter Teppich", der für das tonnenschwere Gerät, eines der Herzstücke des künftigen Schwarzwald-Baar-Klinikums, ausgerollt wird: ein 3.0 Tesla MRT der Firma Siemens.
An diesem Morgen überwacht der Ärztliche Direktor Ulrich Fink persönlich die Ankunft der Geräte, die als "Paket" mit speziellen Spulensystemen und hochwertiger Software mehrere Millionen Euro kosten, wie Projektmanager Bernd-Rolf Schwenkglens auf Anfrage mitteilt. "Wir sind", so sagt Ulrich Fink stolz, "das modernste Klinikum, moderner als die Universitätskliniken Freiburg und Tübingen.
Und er fügt hinzu: "Wir sind im Zeitplan, das geht schnell." Im neuen Klinikum wird es drei Tesla-MR-Geräte zusätzlich zu einem bereits in Donaueschingen stehenden offenen Hochfeld-MRT geben. Die Auflösung 3.0 ermöglicht noch detailliertere Bilder vom Inneren des gesamten Körpers als die beiden 1.5 Tesla-MRT-Geräte, die an diesem Morgen ebenfalls angeliefert werden.
MR, das bedeutet Magnetresonanztomographie oder auch Kernspintomographie. Diese Technik ermöglicht auf der Basis von sehr starken Magnetfeldern sowie magnetischen Wechselfeldern Schnittbilder des menschlichen Körpers. Die starke Auflösung des 3.0-Gerätes zeige hervorragende Bildqualität. und besonders genaue Bilder von Gehirn und Gelenken, hebt Fink hervor. Kopf, Wirbelsäule, Rückenmark, Knochen und Gefäßuntersuchungen kann das Gerät noch deutlicher darstellen, als das bisher möglich war.
Körper visuell in Scheiben geschnitten
"Das ist das Neueste", bestätigt Siemens-Manager Schwenkglens. Spulentechnologien und Bildverarbeitungssoftware sind innovativ. Es entstehen dreidimensionale Bilder, wobei der Körper visuell in Scheiben geschnitten wird. Solche Untersuchungen dauern 15 bis 30 Minuten. Direkt bei der Unfallaufnahme soll künftig ein CT-Gerät stehen. "Bei einem Unfall geht es um Sekunden, man muss extrem schnell sein", erklärt Ulrich Fink. Die CT, das heißt, Computertomographie ermögliche deutlich schnellere Röntgenbilder.
Neben dem CT aus Schwenningen, das später angeliefert werden soll, werde dem Klinikum ein neues Gerät zur Verfügung stehen, das aufgrund seiner schnellen Technik mit zwei Röntgenrohren "extrem schnelle Untersuchungen" erlaube. Besonders bei unruhigen Patienten und Kindern bringe das deutliche Vorteile, "weil ein Anhalten des Atems nicht mehr notwendig ist", so erklärt Fink. Durch die extrem hohe Geschwindigkeit der Untersuchungen seien mit diesem Gerät auch Untersuchungen der Herzkranzgefäße mit niedrigster Strahlendosis möglich.
Vor dem provisorischen Eingang zum neuen Klinikum gibt es einen Stau durch die LKW-Züge, die die Geräte und Zubehör ins neue Krankenhaus bringen wollen. Es sind Schwertransporte, allerdings nicht im klassischen Sinn. Sie werden nicht begleitet. Das 3.0-Tesla-Gerät wiegt acht, die beiden 1,5-Tesla-Geräte vier Tonnen. Das an diesem Morgen ebenfalls angelieferte Flash-CT bringt fünf Tonnen auf die Waage.
Eines der beiden 1,5 Tesla- MRT-Geräte , die heute angeliefert werden, ist speziell auf Untersuchungen des Herzens ausgerichtet. Es können wichtige Aussagen über Herzfunktion und Durchblutung des Herzmuskels getroffen werden. Das zweite Tesla-MRT sei für alle anderen Untersuchungsregionen des menschlichen Körpers ausgerichtet, erklärt Fink.
"Tipp-Topp, das habt ihr schön gemacht", lobt der Projektleiter der Firma Geis seine Arbeiter. Die Tesla 3.0-Maschine rollt langsam über die Stahlplatten an ihren künftigen Standort in einem Raum im Erdgeschoss. "So acht Tonnen müssen erst einmal bewegt werden", lobt Fink.
In den nächsten Wochen werden die Mitarbeiter des Instituts für Radiologie an den neuen Geräten geschult. Zwei der 40 medizinisch-technischen Assistenten sind schon vor Ort. Trotz erheblicher Mehrbelastung soll der Routinebetrieb an allen drei Standorten des Klinikums während der Schulungen an den neuen Geräten weiterlaufen.
Am 21. Juli geht die Radiologie in Betrieb, zuvor findet der Patientenumzug statt. Am Samstag, 20. Juli, werden die Patienten aus Schwenningen umziehen, und am Sonntag werden die Patienten aus Villingen an den neuen Standort gebracht.