Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 45. Folge dieser Serie geht es um Breschte, wie zum Beispiel ’s Grimme, Ranze­pfife, Widigende.

Das hat sicher jeder schon einmal erlebt, eine plötzliche Übelkeit oder gar eine beginnende Krankheit. Es fängt an mit Schäddelbrumme, Kopfschmerzen, man wird mudrig, schlapp und schläfrig, de Grind, Kopf isch am platze, man fühlt sich richtig malaad (auch ein hier gängiges Wort aus dem Französischen).

Hat man etwas Unverträgliches gegessen, so verursacht dies oft Ranzepfife oder ’s Grimme, leichte bis schwere Bauchschmerzen. Manchmal hilft ja dabei ruckwärts veschpere, erbrechen.

Die andere Richtung wäre dann d’ Schnellkätter beziehungsweise ’s Abwiiche, Durchfall.

Vielleicht leidet man aber auch unter Reißmadeis oder einem Knieschnapper, also an Rheuma oder Gelenkschmerzen im Knie. Sind die Zehengelenke sehr schmerzhaft und stark geschwollen, so deutet dies auf Gicht, das sogenannte Zipperlein.

Hat man eine ungewohnte oder sportliche Tätigkeit etwas übertrieben, denn melden sich d’ Widigende, das heißt, ein Muskelkater. Eine blutende Schürf-, oder Schnittwunde hat meist eine Ruffe, eine Wundkruste zur Folge.

Im Sommer kommt es oft auch schon mal zu einem Heischnuppe, einer allergischen Reaktion auf Blütenpollen. Da kann man nur noch sagen: Gueti Besserig, guck, dass bal wieder z weg bisch!