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Villingen-Schwenningen Im Kreis fehlen noch Lehrer

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Foto: Stratenschulte Foto: Schwarzwälder Bote

Sechseinhalb Wochen lang spät aufstehen, spät ins Bett gehen und jede Menge Freizeit – das ist nun zu Ende. Mitten unter der Woche kehren kreisweit die Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. Aber ist wirklich alles bereit für das beginnende Schuljahr?

Schwarzwald-Baar-Kreis. An der Lehrerfront sieht es noch schlecht aus, teilt das Regierungspräsidium Freiburg mit. Speziell im Schulamtsbezirk Donaueschingen, dem der Kreis Rottweil und der Schwarzwald-Baar-Kreis angehören, ist die Lage angespannt: Hier sind nach Angaben des Regierungspräsidiums insgesamt 90 Stellen unbesetzt – wobei diese Zahlen nur eine ungefähre Hausnummer sind, erklärt Sabine Rösner, Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen. Der Status ändere sich so kurz vor Schuljahresbeginn quasi stündlich. Aber Rösner bestätigt: "Wir suchen immer noch Lehrer für alle Schularten."

Laut Regierungspräsidium im Schulamtsbezirk Donaueschingen wurden für das aktuelle Schuljahr 176 Lehrer neu eingestellt – 134 von ihnen aber nur für die Dauer eines Schuljahres. Diese Jahresverträge sind laut Regierungspräsidium ein Mittel, um noch offene Stellen zu besetzen. Sie werden zu einem großen Teil an eigentlich bereits pensionierte Lehrer – für das Schuljahr 2019/2020 kehren immerhin zehn Pensionäre aus dem Ruhestand zurück – und an sogenannte "Nichterfüller" vergeben. "Nichterfüller" sind Lehrer, die keine Beamten auf Lebenszeit sind, weil sie die fachlichen und pädagogischen Voraussetzungen des Landes dafür nicht erfüllen. Oft handelt es sich dabei um Quereinsteiger – etwa Mathematiker, die kein Lehramtsstudium absolviert haben.

Grund für die große Zahl an unbesetzten Stellen ist laut Regierungspräsidium ein Mangel an Bewerbern. Was für normale Lehrerstellen gilt, kann genauso auf die Situation bei den Vertretungslehrkräften übertragen werden: Auch hier seien Schwierigkeiten absehbar. Vorerst könne die Schule starten, sagt Rösner. Die Schulamtsleitern schließt aber nicht aus, dass es im Laufe des Schuljahres – sollte die Personalsituation sich nicht entspannen – zum Ausfall von Pflichtunterricht kommt. Man tue "alles, was irgendwie geht", um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, versichert Rösner und nennt Teilzeiterhöhungen sowie die vorzeitige Rückkehr aus der Elternzeit als Beispiele. "Diese Maßnahmen wurden in den vergangenen drei Jahren aber schon ausgereizt. Dementsprechend haben wir nicht mehr viel Luft."

Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, lernen in den 871 öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg etwa 280 000 Schüler, die von rund 23  000 Lehrkräften unterrichtet werden. In diesem Schuljahr werden rund 19 386 Erstklässler eingeschult. Beim Übergang in die weiterführenden Schulen liege die Zahl der Anmeldungen zu Haupt- und Werkrealschulen bei 1589 für den Regierungsbezirk. Bei den Realschul-Eingangsklassen gab es 6357 Anmeldungen in diesem Jahr. An den öffentlichen Gymnasien seien in diesem Jahr 6957 Fünftklässler neu am Start. Für die Gemeinschaftsschule seien es 2019/2020 insgesamt 2455 Fünftklässler.

Wie sieht es mit der Unterrichtsversorgung aus? Die Zahl der für Neueinstellungen an den öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg zur Verfügung gestellten Stellen sei mit 1352 wie im Vorjahr sehr hoch. Davon entfielen 456 auf den Grundschulbereich, 304 auf die Realschulen, 128 auf die Werkrealschulen, 105 auf die Gymnasien, 41 gymnasiale Stellen auf die Gemeinschaftsschulen, 213 auf die Beruflichen Schulen und 105 auf den sonderpädagogischen Bereich.

Etwa 300 Stellen konnten aufgrund der angespannten Bewerberlage bisher nicht besetzt werden. Davon betroffen seien insbesondere die Grundschulen und die Realschulen, so das RP weiter. Um alle Stellen zu besetzen, seien bereits etwa 530 befristete Verträge abgeschlossen. Auch von der Aufsichtsbehörde ist zu erfahren, dass bereits Pensionäre für Lehraufträge gewonnen werden. Darüber hinaus sei eine große Zahl an Teilzeitanträgen zur Erhöhung des Lehrauftrags genehmigt worden. Bestätigt werden die Engpässe vor allem im ländlichen Raum in den Kreisen Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, und Waldshut-Tiengen. Schwierigkeiten seien zudem absehbar bei der Gewinnung von Vertretungslehrkräften. Die Schulverwaltung tue weiterhin alles, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Die größte Herausforderung bestehe darin, geeignete Bewerber zu gewinnen. Wegen der hohen Zahl von gymnasialen Bewerbern in einigen Fächern werde diesem Personenkreis alternativ zu Gymnasialstellen eine Einstellung an Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen oder als Sek1-Lehrkraft an Gemeinschaftsschulen angeboten.

Noch ist an der Lehrerfront nicht aller Tage Abend: Bis Ende September können sich Interessierte auf der Webseite www.lehrer-online-bw.de unter dem Stichwort "Stelleninfo" bewerben.

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