Ein Jahr Schwenninger Hospiz: Pflegedienstleiterin Mechthild Wohnhaas-Ziegler und Leiterin Maria Noce (rechts) haben ständig das Haus voll. Foto: Huber Foto: Schwarzwälder-Bote

Ein Jahr Hospiz Via Luce in Schwenningen: Die Plätze sind durchgehend belegt. 18. Juli wird gefeiert

Manchmal helfen Worte, ein anderes Mal eine liebevolle Hand: "Fürsorge und Wärme ist das, was wir unseren Patienten bis zuletzt geben wollen." Maria Noce und Mechthild Wohnhaas-Ziegler führen seit einem Jahr das Schwenninger Hospiz "Via Luce (Lichtweg)", das bisher einzige in der Region.

Sieben Plätze stehen in dem Neubau in der Virchowstraße in Schwenningen zur Verfügung, meistens sind die Einzelzimmer im Haus belegt. Der Einzugsbereich sei groß, so Maria Noce. Auch Krankenhäuser aus dem süddeutschen Raum rufen bei der Hospizleitung an. "Anfragen haben wir auch aus Villingen und Schwenningen."

Einige Patienten sind nur wenige Tage untergebracht, andere mehrere Monate. Es gab sogar den Fall einer jungen Mutter, die schwerkrank ins Hospiz kam, wieder zu neuen Kräften gelangte und eine Therapie anfangen konnte. Nicht nur alte Menschen sind hier untergebracht. Der jüngste Patient war gerade mal 23 Jahre alt, viele sind Mitte oder Anfang 50, berichtet Mechthild Wohnhaas-Ziegler. Insgesamt sind im Haus 20 Mitarbeiter beschäftigt, davon 17 in der Pflege. Maria Noce arbeitet mit etwa 20 ehrenamtlichen Männern und Frauen, die sich bei der Sterbebegleitung mit den Angehörigen abwechseln, "damit diese auch mal zur Ruhe kommen und eine Auszeit nehmen können".

Trennwand zum Raum der Stille

Viele Besucher, so Noce und ihre Kollegin, seien überrascht von dem "heimelig wirkenden Haus" und "dass sie hier so herzlich aufgenommen werden". Manche halten selbst dann noch den Kontakt, wenn der Partner oder die Tochter schon längst gestorben ist. Erst kürzlich fand eine Gedenkfeier mit Angehörigen statt, die der Schwenninger Pastoralreferent Uli Viereck und dessen Sohn Damian musikalisch umrahmten.

"Hinter jedem Patienten liegt ein langer Leidensweg und eine große Geschichte", erzählt Maria Noce. "Deshalb ist es wichtig, für sie viel Zeit zu haben." Demnächst soll auch eine Trennwand zum Raum der Stille angebracht werden. Finanziert wurde das Vorhaben durch die Kolpingfamilie Donaueschingen, die Firma Holzbau Laufer aus Villingen-Schwenningen und über weitere Spenden.

In diesem Jahr dürfte es auch zum ersten Mal einen Zuschuss des Landkreises geben, der insgesamt 15 000 Euro beträgt. Die Einrichtung wird zu rund 90 Prozent über die Kasse finanziert, der Rest über Spenden.

Auf Spender ist das Hospiz auch angewiesen, weil das Haus die Verstorbenen 36 Stunden lang auf Wunsch aufbahrt, "damit die Angehörigen Totenwache halten können." Ein Angebot, das sich nicht abrechnen lasse. Zudem gebe es immer mehr Schwerkranke, die hierher kommen ohne Schuhe oder Wäsche und keine Angehörigen mehr haben."

Weitere Informationen: Ein Jahr Hospiz: Aus diesem Anlass findet eine Feier am 18. Juli ab 11 Uhr statt. Kurzvorträge über das Haus sind vorgesehen. Spendenkonto: Volksbank Donau-Neckar, BLZ: 64390130, Kontonummer: 229545009, Stichwort: Spende für Hospiz Via Luce.

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