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Villingen-Schwenningen Hoffen auf barrierefreien Bahnhof

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Oberbürgermeister Rupert Kubon taufte am Samstag einen ICE der Deutschen Bahn AG auf den Namen "Villingen-Schwenningen". Links DB-Leiter für Wirtschaft, Politik und Regulierung, Georg Brunnhuber. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Birgit Heinig

Villingen-Schwenningen. "Das ist unser schnellster Botschafter" – mit Stolz taufte Oberbürgermeister Rupert Kubon am Samstag auf dem Villinger Bahnhof einen Intercity Express (ICE) auf den Namen "Villingen-Schwenningen". Vertreter des Behindertenbeirates sahen es mit gemischten Gefühlen.

Zu lange sind Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Eltern mit Kinderwagen mit einem barrierefreien Bahnhof schon vertröstet worden. Zur Erinnerung: 2006 versprach die Deutsche Bahn AG (DB) bei der Einführung des Ringzuges bereits eine Bahnhofsmodernisierung – bislang ist nichts passiert. 2008 sagte die DB die schon damals vorgesehene ICE-Taufe ab, weil der Behindertenbeirat eine Großdemonstration vor dem Bahnhof angekündigt hatte. Am Samstag nun traute sich Georg Brunnhuber, DB-Leiter für Wirtschaft, Politik und Regulierung, nicht nur in die Höhle des Löwen, er machte auch erneut Versprechungen. "Ich lege mich fest: 2014 wird es wahrscheinlich zur Modernisierung kommen", sagte er zweideutig. "Die ersten Gespräche laufen schon, die Planung beginnt noch 2012". Brunnhuber kündigte im Zuge der Bahnhofsanierung zwei Aufzüge und eine Erhöhung des Bahnsteiges um 55 Zentimeter an. Der Kreisbehindertenbeauftragte Manfred Kempter, seine Frau Gudrun sowie Brunhilde Labor, alle drei Rollstuhlfahrer, speicherten die Worte gerne ab.

"Hochgeschwindigkeitsstrecken und leistungsfähige, schnelle Triebzüge wie die ICEs sind zwingend erforderlich für eine hohe Mobilität im Schienenverkehr", sagte Brunnhuber. 5000 Züge fahren den Villinger Bahnhof täglich an. Unerwähnt ließ Brunnhuber allerdings, dass ICEs nicht dazu gehören. Am Samstag hielt ausnahmsweise aber doch mal einer: das 1998 erbaute, 230 Stundenkilometer schnelle und in ganz Deutschland und Österreich verkehrende Modell der Baureihe 411 konnte sich dabei der Aufmerksamkeit vieler Gäste, darunter zahlreicher Eisenbahnliebhaber, sicher sein. Es blieb nach der erhebenden Hymne der Stadtmusik, "Herzog von Braunschweig" und der Sektdusche zur Taufe durch den Oberbürgermeister sogar Zeit für eine ausgiebige Besichtigung von innen.

212 Exemplare des Flaggschiffes der Deutschen Bahn haben in Deutschland eine Patenstadt, deren Namen sie tragen. In Baden-Württemberg ist der "Villingen-Schwenningen" der 21. In seiner Taufrede erinnerte Kubon nicht nur an Robert Gerwig als Erbauer der Schwarzwaldbahn. Er betonte auch, dass die Geschichte Villingens untrennbar mit der Eisenbahn verbunden sei. Stolz sei er, Pate des "Exportschlagers" ICE zu sein, sagte Kubon, meldete aber auch "erheblichen Nachholbedarf" bei der Barrierefreiheit des Villinger Bahnhofs an. Durch die 2013 anstehenden Bundestagswahlen hoffe er auf einen "Investitionsschub" – ganz im Sinne des Behindertenbeirates.

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