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Villingen-Schwenningen Hitze wird für Bauarbeiter zur Gefahr

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Foto: © Halfpoint – adobe.stock.com

Villingen-Schwenningen - Der etwa 35-Jährige wischt sich über die feuchte Stirn und stöhnt "ist das heiß." Während viele Passanten in ihre klimatisierten Büros eilen oder sich in den Schatten zurückziehen, muss er bleiben. Einer von vielen Bauarbeitern in VS.

Auch im Oberzentrum herrschen tageweise Saunatemperaturen, das Thermometer klettert teilweise auf südeuropäische Werte von annähernd 35 Grad. Wie geht es denjenigen, die weder in angenehm kühle Büros noch unter Sonnenschirme oder in Parks flüchten können? Wie vermeiden beispielsweise Baufirmen aus dem Oberzentrum dass ihre Mitarbeiter auf den Baustellen im Freien kollabieren oder Kreislaufprobleme bekommen? Der Schwarzwälder Bote pickte sich ein paar Betriebe aus VS heraus und fragte nach.

Trinken, trinken, trinken

Sabine Heinichen, kaufmännische Leiterin der gleichnamigen Firma aus Schwenningen, spricht zunächst von einem Glücksfall in diesen heißen Tagen. Der Betrieb habe derzeit eine große Baustelle "unter Dach", genauer gesagt im Eisstadion, "und dort ist es ganz angenehm", ergänzt sie. Nicht unbedingt die Regel, und deshalb sorgt der Traditionsbetrieb aus der Neckarstadt generell für heiße Tage vor. "Wir stellen kistenweise Wasser zur Verfügung", so die kaufmännische Leiterin. "Wir schauen drauf, dass unsere Mitarbeiter genügend zum Trinken haben." Zudem stelle das Unternehmen Sonnenschutz zur Verfügung, Mützen und leichte T-Shirts, damit "unsere Leute geschützt sind und dass es ihnen auch bei solchen Temperaturen gut geht". Wenn die Hitze zu groß werde, "kommen wir auch schon mal mit einem Eis vorbei".

Patienten kommen gut klar

Doch manchmal bietet sich auf Baustellen auch ein anderes Bild. Männer ohne Kopfschutz, dafür mit nacktem Oberkörper. Bei diesem Anblick schlägt der Villinger Arzt Klaus Dold die Hände über dem Kopf zusammen. Noch hält sich das Aufkommen an Patienten, die aufgrund der saunaartigen Temperaturen in die Praxis kommen, in Grenzen. "Die meisten scheinen recht gut damit klar zu kommen", berichtet er. Wichtig sei es, genügend zu trinken, Sonnenschutz aufzutragen, Mützen und leichte, langärmlige Kleidung zu tragen und vor allem die größte Mittagshitze zu meiden, also die Zeit zwischen 11 und 16 Uhr, rät der Arzt.

Mehr Pausen

Für den Trupp eines weiteren großen Bauunternehmens sind auch bei hohen Temperaturen solche langen Pausen natürlich nicht zu machen. Doch auch hier trägt die Betriebsleitung Vorsorge dafür, dass Mitarbeiter nicht kollabieren, weil keine Getränke bereit gestellt werden. "Wir stellen ausreichend Wasserflaschen bereit und dazu Sonnenschutz." Ein erfrischendes Wassereis gehöre darüber hinaus zum Service.

Wirken sich die hohen Temperaturen auf die Dauer der Baustellen aus?

Eine kurze Hitzewelle sei "nichts Alarmierendes", so die Einschätzung von Sabine Heinichen. "Das wirkt sich sicherlich nicht dramatisch aus." Auch aus der anderen Baufirma hört man Ähnliches: Problematisch wäre es, wenn "wir eine Hitzeperiode von mehreren Wochen oder Monaten hätten, somit bleiben wir in der Zeit." Trotz des Termindrucks dürfen sich die Mitarbeiter auch mehr Pausen gönnen und sich ein paar Minuten vor einem Ventilatoren erfrischen oder Nacken und Gesicht mit kaltem Wasser waschen.

Wie ertragen die Monteure der SVS, sowie die Mitarbeiter der SVS-Bau die "Affenhitze"?

"Wir unternehmen einiges, um unsere Mitarbeiter vor der Sonne und der Hitze zu schützen: Beispielsweise bieten wir den Monteuren flexible Arbeitszeiten an", beantwortet Stadtwerke-Pressesprecherin Susanna Schmidt die Hitze-Frage. Regulär beginne ein Arbeitstag in den jeweiligen Abteilungen um 7 Uhr. "Unseren Mitarbeitern steht es jedoch frei, bereits um 6 Uhr mit dem Dienst zu beginnen. Einige Mitarbeiter haben dieses Angebot bereits angenommen." Des Weiteren habe man an mehreren Stellen in den Gebäuden Wasserspender, wo sich alle Mitarbeiter bedienen und ihre Trinkflaschen auch für unterwegs füllen können. Für die Baustelle bekomme jeder Mitarbeiter einen Sonnenschirm. Schirmmützen liegen ebenso aus.

Chefs kontrollieren

Die SVS bietet nicht nur den Monteuren, die in der Hitze draußen arbeiten müssen, die Möglichkeit an, die Arbeitszeiten vorzuverlegen. Auch die Bürokräfte können auf das Angebot zurückkommen. Alle Mitarbeiter der SVS werden darauf hingewiesen, ausreichend Pausen einzulegen und viel zu trinken, um so die Hitze besser kompensieren zu können. Die direkten Vorgesetzen kommen auch ihrer Fürsorgepflicht nach und sehen auf den Baustellen nach, dass ausreichend (Trink-)Pausen eingelegt werden. Auch bei den SVS wirkt sich zeitweise Ausnahme-Wetter nicht aus. "Zu einer Baustellenverzögerung ist es von Seiten der SVS weder direkt noch indirekt durch die Hitze gekommen."

Temperaturen im Blick

Heiß her geht es an den Produktionsstätten. Das Unternehmen Kendrion GmbH Industrial Drive Systems hat sich ebenfalls etwas einfallen lassen, damit die Mitarbeiter nicht schlapp machen "Es gibt immer Obst, kühles Wasser und Kaffee gratis", berichtet Beate Hermannstädter, Marketing Manager. Die Klimaanlage werde hoch gestellt, und an Arbeitsplätzen mit warmer Abluft gebe es Absaugungen. "Teilweise setzen wir handelsübliche Ventilatoren ein." Auch hier bekamen die Produktions-Mitarbeiter vorige Woche ein Eis spendiert. "Grundsätzlich behalten wir die Temperatur im Blick, um arbeitsrechtlich sauber zu bleiben. Sollten Mitarbeiter Beschwerden haben können sie zum Arzt gehen."

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