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Villingen-Schwenningen Helfer bringen diesmal viele medizinische Geräte mit

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Die Helfer des Freundeskreises Oradea nach dem Abladen im Hof der Caritas im rumänischen Oradea (von links): Rainer Wittmann, Matha Faißt, Helmut Conz, Andreas Bausch, Irmgard Rösch und Sigurd Zapf. Foto: Rösch Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Villingen (ir). Von ihrem erlebnisreichen Sommer- Hilfstransport nach Rumänien sind die Villinger Helfer des Freundeskreises Oradea-VS-Villingen wieder gut zurück gekehrt. Täglich waren sie nach der Rückfahrt der Lastwagen unterwegs, um die mitgebrachten Hilfsgüter ganz gezielt dorthin zu verteilen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Zu den Villinger Helfern Helmut Conz, Irmgard Rösch und Martha Faißt hatte sich noch ein Arzt aus Tauberbischofsheim, Sigurd Zapf, gesellt, der nach der Übergabe seiner Praxis an seinen Sohn vielerlei ärztliche Geräte nach Villingen gebracht hatte, um diese an eine Ärztin in die Landgemeinde Mariental bei Brasov weiter zu geben. Deshalb war Brasov, früher Kronstadt, diesmal das erste Reiseziel.

Voll Freude und Dankbarkeit berichtete die Ärztin, dass sie für sämtliche gespendete Apparate: EKG, Ultraschall, Sterilisation und Einmalartikel, die in Deutschland aussortiert werden, die Zulassung erhalten habe. Man beabsichtige, demnächst eine Gemeinschaft der ärztlichen Haus­praxen zu gründen, in der die medizinischen Geräte untereinander ausgetauscht werden.

Beim Besuch einer Infektionsklinik in Brasov zeigte sich, dass diese trotz großer baulicher Mängel mit medizinischen Geräten doch recht gut ausgestattet ist. Indes erhöht sich in letzter Zeit der Mangel an Fachärzten, da diese, des schlechten Verdienstes wegen, zunehmend ins Ausland abwandern. Pensionierte Ärzte, die bisher im Rentenalter in den Kliniken noch wertvolle unbezahlte Arbeit leisteten, werden nach EU- Vorschrift nun entlassen. Somit müssen ganze Abteilungen geschlossen werden.

Groß ist überall, auch in den Altenheimen, der Bedarf an Pflegehilfsmittel wie Betteinlagen und Pampers, da viele ältere Menschen keine oder nur eine ganz geringe Rente haben und es auch keine Pflegeversicherung gibt.

Letzeres Problem bereitet auch dem vom Freundeskreis Oradea gegründete Altersheim in Brasov-Sacele, sowie den sozialen Einrichtungen im ganzen Land große Sorgen. Überall bei diesen Projekten fehlt das notwendige Geld.

Irmgard Rösch geehrt

Mit den vom Freundeskreis Villingen gelieferten Hilfsgütern wurden Second-Hand- Läden in den Heimen eingerichtet, mit deren Erlös einen Teil der Kosten bezahlt werden. Ohne diese Hilfe können diese soziale Einrichtungen nicht weiterbestehen. Deshalb versprach auch der Villinger Freundeskreis, weiterhin zu helfen. Für ihr großes Engagement seit Gründung des Altenheimes Christiana in Brasov wurde Irmgard Rösch von den Präsidenten, Chioran und Bojan, zum Ehrenmitglied der Vereinigung ernannt.

Bei der Fahrt durch das landschaftlich schöne Rumänien war unschwer zu erkennen, wie sehr die einst so schönen Dörfer vom Aussterben bedroht sind. Wer noch halbwegs arbeitsfähig ist, geht ins Ausland zum Arbeiten. Auch der Mangel an Handwerkern wird immer größer. Die Häuser zerfallen und man trifft dort nur noch alte Menschen und kleine Kinder an.

So auch im Karpatendorf Pädurea Neagre, wo ein Lebensmittelpaket oft echte Überlebenshilfe bedeutet. Zur großen Freude der Bewohner hatten die Frauengemeinschaften Tannheim und ­Tennenbronn eine große Anzahl liebevoll verpackte Hilfs- Pakete geschnürt, die dort unbeschreiblich große Freude auslösten. Die nächste Ladung wurde nach Mühlpetri gebracht, wo das mit Villinger Hilfe errichtete Haus des Deutschen Forums mit dem Erlös von den Hilfsgütern vor Ort nun weiter ausgebaut werden kann.

In großen finanziellen Nöten befindet sich derzeit auch das Schüler-Internat der Caritas Oradea sowie ein von den Helfern besuchtes Kinderdorf mit fünf Häusern, in denen je elf Kinder eine neue Heimat gefunden haben. Die übergroße Herzlichkeit und Dankbarkeit dieser Menschen für jede noch so kleine Hilfe ist daher voll getragen von der Hoffnung auf die weitere Hilfe des Freundeskreises.

Willkommen ist alles was noch heil ist: Lebensmittel, die das Überleben sichern, Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Haushaltsgegenstände und Möbel für fast leere Wohnungen, für die kein Geld zur Einrichtung vorhanden ist.

Wie glücklich Schwester Renate ist, wenn sie Hilfe für ihre Armen in Oradea bekommt, ist ebenfalls nicht zu schildern. Selbst wenn sie einen ganzen Lastwagen mit Hilfsgütern aus Villingen bekommt, ist ihr Lager, ebenso wie bei der Caritas, in drei Tagen jeweils wieder leer. Dankbare Empfänger sind derzeit auch die Landpfarrer, welche ihre einst beschlagnahmten Pfarrhäuser von der Regierung nun wieder völlig leergeräumt zurückbekommen.

Sämtliche Hilfsgüter wurden überall mit großer Dank-barkeit angenommen und die Helfer wurden immer wieder darum gebeten, den Dank der Beschenkten an die Spender in Villingen und Umgebung, die auch diesen Transport wieder ermöglichten, weiter zu geben. Weitere Empfänger von Hilfsgütern waren die Caritas, Kinderheime, das Deutsche Forum mit seinen 45 Zweigstellen, eine Behinderten-Organisation und andere kleinere Anlaufstellen.

Die Transport-Fahrzeuge stellten die Firmen Fischinger (Dietingen-Böhringen) und Hettich (Villingen) zur Verfügung. Ergänzend wurden noch zwei Sattelschlepper einer rumänischen Firma mit Hilfsgütern beladen. Den nächsten Hilfstransport haben die Villinger Helfer bereits wieder für den Jahreswechsel zugesagt, sofern die Spendenbereitschaft der Bevölkerung erhalten bleibt.

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