Mundart: Bärbel Brüderle erklärt Villinger Dialekt

V S-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart, und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der vierten Folge dieser neuen Serie geht es um Kastetzge, Maronen, Maroni.

"Kastetzge", Rosskastanien erfreuen nicht nur Kinder, die damit "Kastetzgemaale" – und "Kastetzgetierle" basteln.

Manchen Papa oder Opa sieht man da nach "Kastetzge bengle" (mit Stöckchen in die Bäume werfen), wenn sie nicht warten wollen, bis die von selbst herunter fallen.

Dann werden sie eingesammelt und zum Forsthaus gebracht zur Winterfütterung.

Wie hat man sich immer gefreut wenn der "Bananejoe", Hans-Joachim Hartl, mit ­seinem Röstofen auf dem Villinger Wochenmarkt "Heiße Maroni" angeboten hat. ­"Maronen" sind Edelkastanien und gehören zu den Buchengewächsen.

Im Gegensatz dazu sind Rosskastanien Seifenbaumgewächse, den Namen verdanken sie einerseits der Ähnlichkeit ihrer Früchte, aber auch ihrer Nutzung als Pferdefutter- und Medizin.

Durch ihre botanische ­Zuordnung ist es auch möglich, ein ökologisches Waschmittel aus den Rosskastanien herzustellen.