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Villingen-Schwenningen Handyparken eine Option für Doppelstadt?

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Wird in Villingen-Schwenningen bald der Parkplatz per Handy-App bezahlt? Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - "Digitalisierung" lautet derzeit vielerorts das ­Zauberwort. Die Stadtverwaltung prüft deshalb derzeit, ob es zukünftig auch beim Entrichten der Parkgebühren digital zugeht – und kann hier auf Erfahrungswerte aus Schramberg zurückgreifen.

Nicht erst seit Corona erlebt das bargeld- und manchmal auch kontaktlose Bezahlen einen Aufschwung: Egal ob mit Bank- und Kreditkarte oder aber mobil über Smartphones – die Möglichkeiten etwas ohne Münzen und Scheine zu berappen, sind mittlerweile grenzenlos. Doch diese grenzenlosen Möglichkeiten scheinen nicht überall Anklang zu finden, wie ein Blick auf die Parkscheinautomaten der Stadt oder die Bezahlmöglichkeiten bei den Parkhäusern zeigt. Denn wenn das nötige Kleingeld fehlt, dann schauen Autofahrer in die Röhre. Doch daran möchte die Stadt etwas ändern.

Aktuell noch nicht absehbar, ob es realisiert werden kann

"Die Stadt setzt sich aktuell mit dem Thema auseinander und prüft, inwiefern ›Handyparken‹ umsetzbar in VS wäre", erklärt Pressesprecherin Madlen Falke auf Anfrage des Schwarzwälder ­Boten. Ob das Oberzentrum zukünftig tatsächlich auf die digitalen Möglichkeiten beim Bezahlen der Parkgebühren zurückgreift, ist allerdings noch nicht sicher. Falke: "Es laufen Gespräch mit Anbietern. Aktuell noch nicht absehbar ist, ob diese Option für VS realisiert werden kann."

Doch auch andere bargeldlose Möglichkeiten für die insgesamt 92 Parkscheinautomaten im gesamten Stadtgebiet werden ausgelotet. Immerhin 40 ließen sich nach Angaben von Falke für eine Bezahlung mit EC-Karte umrüsten. "50 Parkscheinautomaten sind veraltet, können hier nicht nachgerüstet werden und müssten komplett getauscht werden", macht die Pressesprecherin deutlich.

Derzeit seien im Haushalt aber nur Mittel zur Verfügung, um jedes Jahr vier Automaten zu ersetzen. Falke: "Nach Hochrechnungen würde eine komplette Umstellung aller Automaten auf Kartenzahlung beinahe 400.000 Euro verschlingen – eine Summe, die in knappen Haushaltskassen, wie sie künftig zu erwarten sind, kaum leistbar sein wird." Deshalb könnte das Handyparken aus Sicht der Stadtverwaltung eine Alternative darstellen – auch wenn ein solches System ebenfalls mit Kosten verbunden sei.

Schramberg ist vorreiter in Sachen Parktechnik

Hinsichtlich Handyparken ist in der Region derweil Schramberg im Nachbarlandkreis vorgeprescht. Dort habe man sich bereits im Jahr 2018 mit dem Thema bargeldloses Zahlen von Parkgebühren beschäftigt. "Die neun Parkautomaten in der Tal-Stadt waren nach und nach komplett ausgetauscht worden, und bei den alten Automaten konnte man nur per Geldkarte zahlen. Nun wollten wir wieder eine bargeldlose Möglichkeit anbieten", erläutert Gerhard Hettich, Sachgebietsleiter Stadtkasse, auf Anfrage unserer Zeitung. Um die Umstellung möglichst kostengünstig zu gestalten, sei man auf das Thema Handyparken gestoßen.

Schramberg habe sich nach dem Vergleich mit mehreren Anbietern für "paybyphone" entschieden – ein System, welches nach Angaben des Betreibers in über 270 Städten (neben Schramberg unter anderem auch in Horb und Konstanz) genutzt wird. Hettich: "Uns hat an diesem System vor allem gefallen, dass man neben der App – mit Registrierung – auch per SMS bezahlen kann und damit ältere Handys nicht ausgeschlossen sind."

Erfahrungswerte

Und wie sind die Erfahrungswerte? "Grundsätzlich kann ich sagen, dass das Handy-Parken in Schramberg seit April 2018 problemlos läuft", berichtet der Sachgebietsleiter. Die Technik funktioniere, er erinnere sich nur an zwei halbe Tage erinnern, an denen es Serverprobleme gegeben hätte. "Beschwerden sind mir keine bekannt. Auch das Abrechnungsverfahren mit der Stadt läuft problemlos", so Hettich.

Allerdings sind seinen Angaben zufolge die Nutzerzahlen noch "bescheiden". Als im April 2018 begonnen wurde, nutzten 0,8 Prozent der Parker das neue System – aktuell seien es rund 3,5 Prozent. Hettich: "Das ist nicht überwältigend, aber es steigt kontinuierlich." Seine Informationen gäbe es Städte mit Nutzerzahlen von 25 Prozent und mehr, "diese Zahlen werden wir hier in der Kleinstadt aber wohl nie erreichen."

Hettich könnte sich vorstellen, dass die Zahlen steigen, wenn demnächst auch das Parkhaus in das System eingebunden wird. Denn neben des Einsatzes im öffentlichen Parkraum, bei der die Parkdauer festgelegt und der Parkschein mitsamt des Kennzeichens digital bei der Kommune hinterlegt wird, ist das System ebenso bei Parkhäusern anwendbar.

Parkservice Hüfner entwickelt in Eigenregie

Wäre das nicht auch eine Möglichkeit für die Doppelstadt, die Bezahlmöglichkeiten für die mittlerweile privatisierten Parkhäuser und den öffentlichen Parkraum zu vereinheitlichen? Wir fragen bei Frank Rothardt, Geschäftsführer des Parkservice Hüfner, nach. "Wir haben diesbezüglich noch keinen Kontakt mit der Stadt, aber denkbar ist das." Seinen Angaben zufolge sei der Parkservice derzeit dabei, die Digitalisierung voranzutreiben und entsprechende Apps zur Bezahlung in Kombination mit der Kennzeichenerkennung zu ent­wickeln. "Das läuft bei uns in Eigenentwicklung", so ­Rothardt.

Grundsätzlich sei es ohnehin ein Anliegen von Parkservice Hüfner "sukzessive vom Bargeld wegzukommen", wie der Geschäftsführer erklärt. Corona hätte auch hinsichtlich der Akzeptanz einiges ermöglicht. Dies sei unter anderem bei der Ausweitung der bargeldlosen Bezahlungsmöglichkeiten bei einem Objekt in Stuttgart deutlich geworden. "Das hat dort gut geklappt und uns Mut gemacht."

Auch in der Doppelstadt besteht beim Parkhaus am Klinikum die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu zahlen. Dort sei der prominenteste Automat entsprechend umgerüstet worden. Das hätte zunächst zu Irritationen geführt, würde aber mittlerweile gut klappen. Deshalb sei grundsätzlich die Bestrebung, die Umrüstung auch in Villingen-Schwenningen weiter voranzutreiben.

Allerdings seien die von Hüfner verwalteten Parkhäuser in Villingen-Schwenningen (fünf an der Zahl mit insgesamt 1900 Parkplätzen) momentan nicht umrüstbar. "Ein Ersatz der Automaten war vorgesehen", so Rothardt. Die derzeitige Situation sorge jedoch dafür, dass die Umrüstung nun eher langfristig geplant ist.

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