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Villingen-Schwenningen Handy am Steuer: Ablenkung führt zu Unfällen

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Wahrscheinlich sind auch in Villingen-Schwenningen viele Unfälle auf ein Hantieren mit dem Mobiltelefon während der Autofahrt zurückzuführen. Foto: Skolimowska

Villingen-Schwenningen - Hinweise legen eine Vermutung nahe: Wahrscheinlich sind auch in Villingen-Schwenningen viele Unfälle auf ein Hantieren mit dem Mobiltelefon während der Autofahrt zurückzuführen. Für die Polizei ist eine Überführung indes gar nicht so leicht.

Das Thema "Handy am Steuer" ist vermehrt in aller Munde. In Deutschland gibt es bisher kaum Daten zur Nutzung von Smartphones am Steuer. Verkehrsexperten zählen das Hantieren mit dem Mobiltelefon während der Autofahrt jedoch inzwischen zu den Hauptunfallursachen.

Dieter Popp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, erklärt, dass mittlerweile auch viele Unfälle in Villingen-Schwenningen Hinweise in diese Richtung geben würden. Es handele sich jedoch um bloße Mutmaßungen, da die Polizei bisher keine Statistik diesbezüglich habe.

Erst kürzlich habe sich in Spaichingen ein Unfall ereignet, der auf Handynutzung am Steuer hindeute. Ein Fahrer hätte auf einer geraden Strecke ohne offenkundigen Anlass die Spur nicht gehalten und sei gegen ein geparktes Wohnmobil gefahren. Solche Unfälle würden Vermutungen nahe legen. "So viele Ablenkungsmöglichkeiten gibt es ja nicht", erklärt Popp.

Verdachtsmoment

Das Zurückführen von Unfällen auf Handynutzung gestalte sich für die Polizei aber gar nicht so leicht. Nur bei schwerwiegenden Unfällen, soll heißen mit geschädigten Personen, könne ein Handy von der Polizei sichergestellt und die Daten zur Nutzung vom Telefonanbieter eingefordert werden. Und dies auch nur nach Genehmigung durch Staatsanwaltschaft und Gericht sowie mit entsprechendem Verdachtsmoment. Wenn kein Verdacht vorliege, seien der Polizei diesbezüglich die Hände gebunden.

Von 15 Befragten in der Villinger Fußgängerzone fallen die Antworten nicht eindeutig aus. Sechs geben zu: Ja, sie nutzen das Handy auch mal während dem Autofahren. Neun sagen: Nein, das mache ich nicht.

Eine 39-Jährige erklärt: "Ja klar mach ich das." Auf die Nachfrage antwortet sie: "Aus Zeitmangel. Und weil es manchmal wichtig ist." Ob sie denn feststelle, dadurch abgelenkt zu werden? Wiederum heißt hier die Antwort "Ja." Und auch die anderen Befragten schätzen die Nutzung als eindeutige Ablenkung ein.

Warum also das Risiko eingehen? Die sechs Befragten, die sich gegenüber unserer Zeitung geoutet haben, erklären alle: Die Versuchung sei einfach zu groß. Gerade an Ampeln wird das Risiko scheinbar gern eingegangen, hier wägen sich die Fahrer in vermeintlicher Sicherheit. Dabei wird so auch gern mal eine grüne Ampel übersehen und ein Auffahr-Unfall riskiert. Auch geht es nicht nur ums Telefonieren oder Schreiben. Ein 25-Jähriger bedient das Handy während der Fahrt, um Musik abzuspielen und auszuwählen.

Eine 27-Jährige antwortet auf die Frage, ob sie ihr Handy am Steuer nutzt: "Nein, nicht mehr." Sie habe schon einen Unfall gehabt, als sie auf ihrem Handy nach Musik gesucht habe: Mit vier Mitfahrern sei sie gegen die Leitplanke gefahren – dies passiere ihr nicht noch einmal.

Auch ein 42-Jähriger ist konsequent. Ihm sei die Gefahr bewusst und er wolle niemand gefährden, deswegen komme er auch nicht in Versuchung. Auch er wüsste von einem Unfall: Ein Bekannter habe während dem Fahren eine SMS geschrieben und sei dabei auf die Gegenfahrbahn gekommen. Zwei Menschen seien gestorben.

Die Ahndung des Tatbestandes halte er bereits für relativ hoch, weswegen Polizei-Pressesprecher Popp etwas ratlos zu sein scheint, wie man dem begegnen könnte: "Wie man das in den Griff kriegt, ist schwierig." Ein Punkt in Flensburg und 60 Euro Strafe für den Autofahrer, 25 Euro für einen Radfahrer – so werden die Verstöße zur Zeit vergolten. Doch für viele Fahrer scheint dies immer noch zu wenig zu sein.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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