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Villingen-Schwenningen Handel in Corona-Krise: Läden und Kunden freuen sich über Öffnungen

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Villingen-Schwenningen - Vielleicht hat’s der ein oder andere plumpsen gehört: Nicht nur einigen Kunden ist am Montag ein Stein vom Herzen gefallen, sondern auch vielen Einzelhändlern. "Die haben richtig Sehnsucht nach uns gehabt." Die Freude ist groß über die langsame Wiederbelebung von VS; das zeitweise einer Geisterstadt glich.

Diesen Augenblick haben wohl alle herbeigesehnt. Der Schlüssel dreht sich herum, die Lichter gehen an, die Ladentüre steht nach über 30 Tagen vorübergehender Schließung wieder offen.

Wie bereits berichtet, dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern ab dieser Woche wieder öffnen, viele Einzelhändler hatten sich bereits darum bemüht, Masken für die Mitarbeiter zu besorgen und zudem Plexiglasscheiben im Kassenbereich zu installieren. Unter anderem diese Schutzvorrichtungen, die "hardware", ist es, die im Schwarzwald-Baar-Center wohl zu einer etappenweisen Öffnung führen wird. Im Groß-Einkaufszentrum haben zwar am Montagvormittag viele Geschäfte bereits wieder geöffnet. Doch bis Kunden wieder fast alle Geschäfte betreten können, dürfte es wohl mehrheitlich in Richtung Wochenmitte gehen. Das dauere eben seine Zeit, so Michael Ott, der für das Centermanagement verantwortlich ist, bis Vorgaben umgesetzt und beispielsweise schützendes Plexiglas und andere Abtrennungen eingebaut seien. Noch, so beobachtet Ott, seien die Kunden zurückhaltend. "Viele sind eben unsicher, wer nun tatsächlich geöffnet hat."

Offen sind die Türen nun bei C&A-Kids in Villingen. Das Unternehmen habe alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit und Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu gewährleisten, hieß es in einer Mitteilung. Dies betreffe vor allem auch die geforderten Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

"Endlich!" Mit einem Wort ist das gesagt, was im Kopf von Adrian Müller vorging, als er heute Vormittag nach über vier Wochen wieder seine (insgesamt vier) Modegeschäfte für die Kunden öffnete. Mit der Aussicht auf die Wiedereröffnung von einem Gutteil der Geschäfte kamen auch die Fragen und vor allem Reaktionen aus der Stammkundschaft. "Schön, dass ihr endlich wieder aufmacht; manche, wollten sich auch gleich Kleidungsstücke zurücklegen lassen, die sie im Schaufenster entdeckt hatten"; erzählt Müller. Die ersten Kunden vor Ort deckten sich gleich bei der ersten Shoppingtour mit einem kompletten Outfit für den Sommer ein. "Ich freue mich so, dass es wieder losgeht und sich so etwas wie eine normale Einkaufsrealität einstellt", teilt auch Bernd Scheller (City’s Fashion) Müllers Emotionen. "Die Kunden freuen sich auch, achten aber genau auf den Sicherheitsabstand", so Scheller.

Komische Atmosphäre in der Stadt

Auch Heike Brumm (Brumm Brumm) hatte am Montag wieder die ersten Kunden in ihrer Boutique. "Es ist schon komisch und es herrscht auch eine komische Atmosphäre in der Stadt", meint sie. "Die Angst ist zu spüren, so einfach ist es eben nicht, den Schalter umzulegen." Doch, denkt sie an einen Spruch ihres Vaters, versucht sie auch positive Aspekte zu sehen. In jeder Krise liege auch eine Chance.

Tanja Broghammer (Broghammer Men and Women) sieht dies ähnlich, zumal sie und andere Einzelhändler seit Beginn der Schließungen eine Welle der Solidarität erlebt haben. Vielleicht erweise sich die Corona-Krisenzeit als eine Art Trigger für ein Umdenken und ein verändertes Einkaufsverhalten: Künftig lieber beim lokalen Händler vor Ort einzukaufen als im Internet zu bestellen. Die Umsetzung eines zentralen Gedankens: "Wir müssen zusammenhalten." Die nächsten Monate werden dies zeigen.

"Die Kunden haben uns förmlich überrannt", erzählt Ulricke Eppel von Osiander in Villingen. Man habe nicht einschätzen können, wie die Kunden die Wiedereröffnung annehmen werden, doch die erste Resonanz sei "sehr gut". Zwar kam auch der Online-Handel in den Wochen zuvor gut an, allerdings würden sich die meisten Kunden dann doch lieber in der Buchhandlung inspirieren lassen. "Die Kunden haben Verständnis für Wartezeiten und halten den Abstand ein", erklärt Eppel weiter.

Sabine Hauser, Inhaberin der Buchhaltestelle Villingen-Schwenningen, kann sich der positiven Resonanz nur anschließen. Auch sie hat Schutzmaßnahmen getroffen: Regale wurden umgestellt und mit einer Plexiglasscheibe an der Kasse vorgesorgt. Aufgrund der Größe ihres Ladens darf immer nur ein Kunde den Laden betreten. "Die Kunden sind sehr geduldig", betont sie. Auch das Angebot des Online-Shops sei in den vergangenen Wochen enorm genutzt worden. Die Freude darüber, dass doch viele Menschen in den vergangenen Wochen bei regionalen Buchhandlungen eingekauft haben, ist bei Hauser groß.

"Viel los" sei auch beim Telefonshop VS gewesen. Der "Handydoktor" hat ebenfalls zahlreiche Vorkehrungen in die Tat umgesetzt. "Die Geräte nehmen wir mit Hygienetüchern entgegen", berichtet Christian Krauss, Inhaber des Shops. Auch hier findet man die Plexiglasscheibe, Hygienemittel und Absperrungen.

Endlich wieder einkaufen

In Schwenningen tummeln sich so langsam wieder einige Passanten in der Innenstadt. "Viele Kunden sagen zu mir: ›Endlich kann ich wieder einkaufen gehen‹", berichtet Magarete Valter, Ehefrau des Inhabers des "Flohaus Trödel und mehr". Bei ihr laufe das Geschäft wie vor der gesetzlich angeordneten Geschäftsschließung. "Es kommen nicht mehr und nicht weniger Kunden", erzählt Valter zufrieden.

Wie vor Corona-Zeiten beschreibt auch Timo Schnitzlein, Filialleiter von Sport Müller, seinen ersten Tag im wiedereröffneten Geschäft. "Es lohnt sich auf jeden Fall, den Laden wieder aufzumachen. Wir haben wieder ganz normalen Betrieb", sagt der Filialleiter. Natürlich seien auch dort Schutzvorkehrungen getroffen worden: So habe man Ein- und Ausgang getrennt, sowie "Einbahnstraßen" im Laden eingeführt. Ein Spritzschutz ist auch dort an der Kasse montiert. "Die Mitarbeiter die wollen, können auch Schutzmasken tragen", erklärt Schnitzlein. Desinfektionsmittel stünde selbstverständlich auch bereit.

"Sehr ruhig" läuft es in der Boutique Paula, wie Inhaberin Andrea Menzel erzählt. Sie glaubt, dass es eine Zeit dauert, bis die Leute wieder in die Stadt und einkaufen kommen. "Viele Kunden sind auch vorsichtig", beschreibt Menzler. Das finde sie gut. Sie halten meist von alleine den nötigen Abstand, berichtet die Inhaberin der Boutique. Ansonsten achte sie natürlich auf die Schutzmaßnahmen: Zwei Kabinen nebeneinander dürfen nicht mehr belegt werden, Desinfektionsmittel steht bereit, bunte Schutzmasken verkaufe sie außerdem.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen hat auch das City-Rondell getroffen: "Die Sicherheit und Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Daher werden wir die entsprechenden Beschlüsse gewissenhaft umsetzen und den Centerbetrieb unter der Sicherstellung entsprechender Maßnahmen durchführen", teilt Sarah Hildbrand, Managerin des City-Rondells auf Anfrage mit. "Das Center und die geöffneten Shops werden Eingangskontrollen- und Beschränkungen durchführen und wenn notwendig den Zugang zum Center nach Bedarf einschränken", heißt es außerdem in ihrer Stellungnahme. Auch im City-Rondell haben außerdem nur die Geschäfte geöffnet, die den aktuellen Auflagen des Landes entsprechen. Andere Türen bleiben in dem Kaufhaus weiterhin geschlossen. "Wir bitten alle Besucher des Centers um entsprechende Rücksichtnahme und Verständnis sowie um die Einhaltung der Sicherheits- beziehungsweise Abstandsregelungen und der Hinweise des Personals, um hier einen möglichst reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können", schreibt Hildbrand weiter. Besucher sollten sich außerdem vor ihrem Einkauf auf der Homepage des City-Rondells nach den aktuellen Öffnungszeiten erkundigen.

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