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Villingen-Schwenningen Grüner warnt vor "Roth-City"

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Grünen-Fraktionschef Joachim von Mirbach findet deutliche Worte. Foto: Archiv

Villingen-Schwenningen - Es klang ein bisschen, als zögen die Kommunalpolitiker von Villingen-Schwenningen in eine Schlacht: "Ich sage Euch, es wird blutig werden!", kündigte der Fraktionssprecher der Grünen, Joachim von Mirbach, am Donnerstagabend während der Nominierungsversammlung für die Landtagskandidatin 2021 Martina Braun an.

Villingen-Schwenningen laufe Gefahr, bald nicht mehr Villingen-Schwenningen zu sein, "sondern Roth-City". Wie ein Abrissbagger walzten er und die CDU beispielsweise im Zuge der aktuellen Sparbemühungen die Bildungs- und Kulturlandschaft in der Stadt nieder, führte von Mirbach aus und forderte die Grünen auf, "zu kämpfen", Leserbriefe zu schreiben, ihren Unmut kundzutun und für den Erhalt von Einrichtungen wie dem Theater am Ring oder der Galerie einzustehen.

"Was soll ich jetzt dazu sagen?"

Mit von Mirbachs Kampf-Appell konfrontiert, gibt sich der CDU-Fraktionssprecher Klaus Martin im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten zunächst ratlos: "Was soll ich jetzt dazu sagen?" Doch dann sprudelt es aus ihm heraus: Er wolle die Grünen keineswegs in Sippenhaft nehmen, so Martin, denn gerade gebe es ganz aktuell sehr erfreuliche Gespräche zwischen Grün und Schwarz in der Doppelstadt. Es gehe darum, welche Gemeinsamkeiten man habe, wie man in welchen Bereichen künftig zusammenarbeiten könne. Und nun von Mirbachs verbale Attacke. "Da ist er wohl isoliert", schätzt Klaus Martin und glaubt: "Das ist eine persönliche Meinung von Herrn von Mirbach. Dass er mit unserem Oberbürgermeister ein Problem hat, ist ja bekannt." "Unterirdisch" finde er von Mirbachs Aussagen, so Martin.

Darüber hinaus zielten sie an der Realität vorbei, denn: "Herr von Mirbach muss mehr wissen als wir alle. Die Haushaltsstrukturkommission tagt erst noch und danach bekommen wir einen Überblick, wie man die 30 Millionen Euro einfangen könnte." Vorschläge etwa zu einer Theater- oder Galerieschließung lägen also gar nicht auf dem Tisch. Im Gegenteil: In den Vorgesprächen seien sich die Fraktionen einig gewesen, "dass wir erst einmal alles auf den Tisch legen und dann ein Paket schnüren".

Daran, dass gespart werden müsse, führe jedoch kein Weg vorbei. "Ich würde mir auch anderes wünschen, aber jeder muss verstehen, dass uns Geld fehlt – und das waren schon vor Corona 20 Millionen Euro, jetzt sind es noch etwas mehr geworden." Prinzipiell könne es nicht sein, dass in Villingen-Schwenningen alles doppelt vorgehalten werde. Und dann lässt Martin doch einen kleinen Einblick zu, der von Mirbach Munition für seinen Feldzug gegen die CDU geben dürfte: "Zwei Bibliotheken, zwei Volkshochschulen, zwei Feuerwehren, zwei, zwei, zwei...", zählt Martin auf. Blicke man alleine auf die Gebäude wie das Theater am Ring, das Franziskaner und weitere, "ist es da unanständig, wenn man einfach mal die Frage stellt, ob man sich auf zwei konzentrieren kann?"

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