Letztlich seien die geologischen Grundlagen in Baden-Württemberg nämlich nicht geeignet für ein atomares Endlager. Foto: dpa

Minister Untersteller gibt auf Fragen zu Standort für atomares Endlager keine Antwort.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Wie wahrscheinlich ist ein atomares Endlager in Nähe des Schwarzwald-Baar-Kreises? Der Landtagsabgeordnete Karl Rombach hat keine Antwort von der Landesregierung auf seine Frage bekommen, welche Gebiete in Baden-Württemberg sie auf ihre Eignung als Endlagerstätte untersuchen lassen wolle.

Vom "Schmusekurs" der Grünen auf Bundesebene merkt der CDU-Landtagsabgeordnete noch nichts. "Da kann man noch nichts feststellen. Aber es ist ja noch ein bisschen früh", meint der Landwirt aus Schonach. "Sacharbeit vereint aber immer", zeigt er sich aufgeschlossen

Nachdem Kretschmann nach Ansicht von Rombach "ohne Not" ins Gespräch gebracht hat, auch Baden-Württemberg als Standort für ein atomares Endlager in Betracht zu ziehen, hat Rombach eine Anfrage an das Staatsministerium gestellt. Unter anderem fragte er, welche Gebiete in Baden-Württemberg für eine solche Erkundung ausgeschlossen würden.

Winfried Kretschmann hat Rombachs Fragen weitergereicht an Umweltminister Franz Untersteller. "Mit dem", so unterstreicht der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach, "verstehe ich mich eigentlich gut. Den schätze ich als Mensch."

"Ich will eine klare Antwort"

Vielleicht ist das der Grund, dass der ehrliche Untersteller die beiden wichtigsten Fragen von Rombach einfach nicht beantwortet hat. Er hat nur geantwortet, dass die Landesregierung keine eigenen Eignungsuntersuchungen in Baden-Württemberg veranlassen wolle und auf den Bund verwiesen. Damit ist Karl Rombach nicht zufrieden: "Ich will eine klare Antwort", fordert er. Vor allem, nachdem Ministerpräsident Kretschmann sich kürzlich erneut dafür ausgesprochen habe, auch Baden-Württemberg auf seine Eignung als Endlagerstätte untersuchen zu lassen.

Dann müsse man doch auch wissen, was man wolle. "Die erneute Aussage des Ministerpräsidenten macht nur einen Sinn, wenn geologische Formationen in Baden-Württemberg grundsätzlich für ein Endlager in Betracht kommen", so der Landtagsabgeordnete in einem erneuten Schreiben an Untersteller: "Selbst ein interessierter Laie kann beurteilen, dass beispielsweise Sedimentationsgebiete wie der Oberrheingraben oder tektonisch gefährdete Gebiete wie beispielsweise der Zollerngraben nicht als Standorte in Betracht kommen."

Die Landesregierung müsse mit ihrem Sachverstand und der Kompetenz der geologischen Fakultäten an einheimischen Hochschulen "zu einer zumindest groben Abgrenzung der in Betracht kommenden Gebiete" in der Lage sein.

Schließlich ist Karl Rombach selbst dazu in der Lage: "Das Thema hat eine gewisse Brisanz, aber die Gefahr ist eher gering", meint der Pragmatiker.

Letztlich seien die geologischen Grundlagen in Baden-Württemberg nämlich nicht geeignet für ein atomares Endlager. "Wir haben genug durch die Diskussion um das in Benken geplante Schweizer Endlager", sagt er.

Im Gespräch war ein Standort auf der Schwäbischen Alb. Dort wohnt Winfried Kretschmann. Ob die Staatsraison ihm vor Wohnortqualität gehen würde? "Ha", sagt Rombach: "Das ist doch so: Jeder sagt: ›Heiliger St. Florian, verschon’ unser Haus, zünd’ andere an." Regieren sei eben etwas anderes als Opposition.

Grundsätzlich stehe er aber einer Zusammenarbeit mit der Partei der Grünen aufgeschlossen gegenüber, bestätigt der einzige Vertreter des Schwarzwald-Baar-Kreises im Landtag von Baden-Württemberg.