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Villingen-Schwenningen Geschenk an chinesischen Botschafter bei IHK-Treffen ein Affront?

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Beim IHK-Neujahrstreff wird ein Geschenk an Botschafter Wu Ken (links) überreicht. Foto: Marc Eich

Schwarzwald-Baar-Kreis - Waren beim IHK-Neujahrstreff in den Schwenninger Messehallen 2200 Gäste Zeuge eines waschechten Fauxpas? Ausgerechnet mit einem Geschenk an den chinesischen Botschafter soll die IHK-Spitze gegen chinesische Umgangsformen verstoßen haben. Um was für ein Geschenk es sich gehandelt hat und warum es als Affront verstanden werden könnte, lesen Sie in unserem (Schwabo plus)-Artikel.

Es ist zigfach nachzulesen, auch im Internet. Seiten wie business-wissen.de oder dragonbusiness.de legen es jenen ans Herz, die um gute geschäftliche Kontakte nach China bemüht sind: "Schenke einem Chinesen niemals eine Uhr!" Die Andrea Thürmer-Leung ist China Business Coach und Beraterin. Sie war 20 Jahre lang als leitende Führungskraft unter anderem in China tätig und dort auch für die Verhandlungen und das Projektmanagement mit chinesischen Geschäftspartnern verantwortlich. Auf der Internetseite Dragonbusiness.de gibt sie ihre Tipps weiter.

Eine ihrer goldenen Regeln dabei: niemals eine Uhr schenken und sei sie noch so typisch für den Schenkenden. Denn: Chinesen betrachten Uhren als krassen Hinweis auf die Endlichkeit des eigenen Seins. Vermeiden könne man das laut der China-Kennerin, "wenn man sich rechtzeitig Kenntnisse der fremden Kultur aneignet".

Der chinesische Botschafter in Deutschland aber, Wu Ken, erhielt genau das als Geschenk von der IHK: eine original Schwarzwälder Kuckucksuhr aus Triberg. Wu Ken nahm sie zwar nicht in die Hand, lächelte aber, bedankte sich und ließ sich mit dem Gastgeschenk von den Fotografen ablichten.

China gilt als extrem kompliziert

Im Zuschauerraum jedoch zuckte der eine oder andere China-Experte merklich zusammen. "So etwas kann in China leicht als Affront verstanden werden", sagt ein China-Kenner, der selbst viele Wochen im Jahr in China verbringt.

Die im Reich der Mitte übliche Etikette birgt für Europäer zahlreiche Fettnäpfe. China gilt als extrem kompliziert. Keine weißen oder gelben Blumen als Gastgeschenk mitbringen - damit werden die Toten geehrt. Mit Essstäbchen niemals senkrecht ins Essen stechen - dann könnte jemand gestorben sein oder bald sterben. Immerhin: Schmatzen und Schlürfen bei Tisch sind ausdrücklich erlaubt, ja, sogar erwünscht. Und wie schaut es nun mit dem No-Go einer geschenkten Uhr von der IHK an Wu Ken aus? War man einfach unachtsam? Interkulturell inkompetent? Uninformiert? Leichtsinnig?

Kuckucksuhr wohl eine Ausnahme

Mit diesen Fragen am Tag danach konfrontiert, stürzte man sich auch bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in die Recherche. "Sie haben recht, man sollte niemals eine Uhr an einen Chinesen verschenken", so die Rückmeldung von Pressesprecher Christian Beck. Eine Ausnahme gebe es allerdings offenbar in diesen modernen Zeiten: die Kuckucksuhr. Eine Mitarbeiterin der Kammer habe dieses Beispiel im Internet gefunden: "Eine Ausnahme ist die Schwarzwälder Kuckucksuhr. Auch eine Rolex-Uhr wird man nicht zurückweisen." - die Firma b-wise schreibt das auf ihrer Seite business-wissen.de. Und auch der Umstand, dass man sich bei der Chinesischen Botschaft im Vorfeld "rückversichert" habe, ob das Gastgeschenk in Ordnung sei, soll der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Absolution für das für China-Kenner unpassende Geschenk erteilen.

Ob’s ihm gefallen hat? Laut den Machern des China-Knigges von akademie.de dürfte das IHK-Präsidium das am Freitag erfahren haben. Eine gute Miene zum bösen Spiel liege Chinesen fern, ist dort zu lesen. "Dafür lässt er ihn die Enttäuschung am Tag darauf spüren. Falls er sich nicht herzlich und mit Begeisterung bedankt, hat es ihm vermutlich missfallen."

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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