Peter Metzger wird den DRK-Kreisverband verlassen. Foto: Archiv

Personeller Paukenschlag beim Kreisverband. Fehlender Rückhalt nach gescheiterter Fusion einer der Gründe.

Villingen-Schwenningen - Knapp zwei Monate, nachdem die Fusion zwischen den DRK-Kreisverbänden Villingen-Schwenningen und Donaueschingen gescheitert ist, gibt es nun personelle Konsequenzen. Der VS-Geschäftsführer Peter Metzger hat seinen Hut genommen.

Der DRK-Kreisverband Villingen-Schwenningen muss sich nach nicht einmal zwei Jahren einen neuen Geschäftsführer suchen. Denn Peter Metzger wird die Organisation zeitnah verlassen. Dies hat der Vorstandsvorsitzende Jürgen Roth am Mittwoch in einer Pressemitteilung erklärt. Als Grund werden die Auswirkungen der gescheiterten Fusion genannt. "Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist seine Einschätzung darüber, dass er keinen ausreichenden Rückhalt mehr spürt. Herrn Metzger fehlt damit eine tragfähige Basis, um zukünftige Herausforderungen gemeinsam zu meistern", wird der Vorstandsvorsitzende Jürgen Roth in der Mitteilung zitiert.

Kritik wegen gescheiterter Fusion

Metzger habe demnach eine tragfähige Basis gefehlt, um zukünftige Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Er habe die negativen Auswirkungen unterschätzt, die der fehlende Rückhalt insbesondere auf den Fusionsprozess hatte. "Aus diesem Grund übernimmt er seinen Teil der Verantwortung für das Scheitern des Prozesses".

Tatsächlich stand Metzger im Zusammenhang mit der gescheiterten Fusion der DRK-Kreisverbände Villingen-Schwenningen und Donaueschingen in der Kritik. Aus internen Reihen war immer wieder von einer fehlenden Bindung zwischen dem Geschäftsführer und der Basis zu hören. Auch in administrativer Hinsicht sei es, so wurde unserer Zeitung zugetragen, nicht immer einwandfrei gelaufen.

Wie damals berichtet, seien zwischen ­den Mitgliedern in VS und Donaueschingen Grabenkämpfe ausgebrochen. So hätten insbesondere die Mitglieder in der Doppelstadt seit Bekanntwerden der Fusionspläne immer häufiger das Gefühl gehabt, dass Donaueschinger DRK-Kollegen "vorpreschen" und eine gewisse Führungsrolle übernehmen würden. Mangelnde Kommunikation zu aufdrängenden Fragen sorgte schließlich für einen Paukenschlag, als die VS-Basis den Fusionsplänen vorerst eine Abfuhr erteilte.

Im Nachgang hatte Jürgen Roth, der die Fusionspläne immer wieder forciert hatte, den Mitarbeitern einen Fahrplan aufgezeigt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In diesem Rahmen hatte auch eine Aufarbeitung durch erneute Beratung im Kreisvorstand stattgefunden. Ob hierbei Metzger der vorzeitige Abschied nahe gelegt wurde, ist aber offen.

Der DRK-Geschäftsführer hatte erst im Januar 2019 den Posten übernommen, nachdem sein Vorgänger Winfried Baumann in den Ruhestand gegangen war. Den nahtlosen Übergang hatte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Roth arrangiert. Zuvor war Metzger 21 Jahre lang bei EBM-Papst tätig, zuletzt in einer Management-Position. Betont wird dabei aber, dass der Geschäftsführer den DRK-Kreisverband "in gegenseitigem Einvernehmen" verlässt. Außerdem habe Metzger sich bereit erklärt, bis auf Weiteres zur Verfügung zu stehen, um einen geordneten Übergang sicherzustellen. "Selbstverständlich wird umgehend mit dem Wiederbesetzungsverfahren begonnen, um schnellst möglich einen Nachfolger für die Stelle des Geschäftsführers zu finden", heißt es in der Mitteilung.

Kommentar: Gescheitert

Die gescheiterte DRK-Fusion im Schwarzwald-Baar-Kreis hat ihr erstes Bauernopfer gefordert. Mit Peter Metzger muss ein Geschäftsführer gehen, dem von Anfang an die Bindung zur Basis gefehlt hat. Dass die Kreisverbände Villingen-Schwenningen und Donaueschingen aufgrund des Vetos der VSler nicht zusammenfanden, brachte nun das Fass zum Überlaufen. Allerdings kratzt die gescheiterte Personalie auch am Image des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Roth. Er hatte Metzger, vorbei an einem Ausschreibungsverfahren, im Januar 2019 als Nachfolger von Winfried Baumann eingesetzt. Trotz des Knirschens im Gebälk wurde zu lange am Geschäftsführer festgehalten. Für die Zukunft bedarf es deshalb personeller Beschlüsse, die nicht von oben herab entschieden werden. Dies wäre auch das passende Credo für einen zweiten Fusions-Anlauf.

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