Verfahren über den Niedergang des einst großen Schwenninger Unternehmens dauert 15 Jahre

Von Uwe Klausner

Villingen-Schwenningen. Saba, Alu-Gießerei, Kienzle – einige große Konkursverfahren erlebte die Doppelstadt. Viele Jahre beschäftigte sich die ­Justiz mit den Folgen des ­Niedergangs früherer großer Unternehmen von Villingen und Schwenningen. Nach 15 Jahren schlossen jetzt die Mitarbeiter des Insolvenzgerichts ein letztes Kapitel der Dufa-Pleite, der früheren Kienzle-Uhrenfabrik.

Eine Nachricht des Amtsgerichts VS bringt das Unternehmen wieder ans Licht der Öffentlichkeit und beendet gleichzeitig das Verfahren. Der Schlussstrich sei jetzt gezogen worden, hieß es aus dem Amtsgericht in der Niederen Straße. Das Konkursverfahren sei sehr lange gelaufen. Mit ein Grund war der Wechsel des Insolvenzverwalters nach dem Tod von Manfred K. Krauss. Es habe mehrere Nachfolger gegeben, und sie hätten sich völlig neu in die Materie des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften einarbeiten müssen. Ein Beispiel: "Da ging es um Belegprüfungen von Anfang bis Ende", so die Auskunft aus dem Amtsgericht. Überdies fehlte den neuen Verwaltern das Insiderwissen, was die Aufarbeitung anging.

Und so habe sich das Konkursverfahren über das Vermögen der Dufa Deutsche Uhrenfabrik GmbH & Co. KG, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin Dufa Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in der Schwenninger Siederstraße 47 bis 49, über 15 Jahre hingezogen.

Die Erinnerungen an Kienzle sind in Schwenningen freilich weiterhin präsent. Denn: Durch Kienzler erlangte Schwenningen bundesweite und sogar weltweite Anerkennung. Die Kienzle-Uhren aus der Stadt am Neckarursprung galten 1974 als größter Uhrenhersteller in Deutschland. "Mit über 60 Prozent Exportanteil ist Kienzle in fast allen Ländern der Erde vertreten", hieß es in einer Broschüre des Uhrenverbands von 1991. Das Unternehmen, 1822 gegründet, dürfe für sich in Anspruch nehmen, die Entwicklung der Uhr in hohem Maße mitgestaltet und mitgeprägt zu haben. Die 1987 vollzogene Großinvestition in eine neue Fabrik am Schwenninger Eisstadion sei Ausdruck der Erkenntnis, dass Kienzle auf internationalen Märkten nur dann bestehen könne, wenn man die notwendigen Investitionen sicherstelle.

Doch die Zeiten änderten sich. Schon zwei Jahre später, 1989, wurde Kienzle von der Dufa übernommen. Schließlich meldet das Schwenninger Traditionsunternehmen 1996 Zahlungsunfähigkeit an. Das Verfahren am Amtsgericht nimmt seinen Lauf und füllte zahlreiche Akten. Jetzt klappte das Invsolvenzgericht den Aktendeckel des Konkursverfahrens einer ehemals großen Schwenninger Firma zu.

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