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Villingen-Schwenningen Gema zu teuer für Weihnachtsmarkt

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Besinnlich zugehen wird es dieses Jahr auf den Weihnachtsmärkten in Villingen und Schwenningen. Foto: SMA

Villingen-Schwenningen - Es wird wohl "sehr, sehr besinnlich" zugehen, so Patricia Leppert, wenn ab kommender Woche zunächst am Villinger Münsterplatz, dann in den Schwenninger Muslen auf dem Weihnachtsmarkt die Lichter angehen, die Musik aber ausbleibt.

Denn wie berichtet hat sich die Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH aufgrund kräftig erhöhter Gema-Gebühren – 3800 statt 1800 Euro wie in den Jahren zuvor – dazu entschlossen, die Weihnachtsmärkte diesmal ohne musikalisches Rahmenprogramm stattfinden zu lassen. Stattdessen seien eine Märchenhütte, Vorlese-Stunden sowie unterschiedliche Aktionen von Kindergärten geplant, um ein weihnachtliches Flair aufkommen zu lassen. Doch haben die Besucher überhaupt noch Lust darauf? Die Reaktionen der Bürger auf die Absage, so Messe-Betriebsleiterin Patricia Leppert, reichten von Verständnis bis absolutem Missverständnis.

"Gema schießt aus allen Rohren"

Das Problem der jährlichen Gebühren-Erhebung durch die Gema sei, dass bei der Berechnung die Grundfläche des gesamten Marktes gemessen werde – und nicht nur der Bereich, der von der Bühne aus beschallt wird. Zudem weiß die Betriebsleiterin, dass auch für traditionelle Weihnachtslieder, die mittlerweile gema-frei seien, Gebühren erhoben werden könnten, wenn sie auf der Bühne arrangiert oder nur anders intoniert werden. "Damit müssen wir sehr, sehr vorsichtig sein. Die Gema schießt aus allen Rohren", meint Leppert. Der Versuch, über den Anwalt der Messegesellschaft zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Gema zu kommen, sei gescheitert.

2000 Euro als Differenz, die zu den Vorjahren zu zahlen ist: eine "bittere Pille", die die Messe schlucken muss, so sagt es die Betriebsleiterin, aber wirklich auch eine unüberwindbare Hürde? Eigentlich nicht, hatte doch sogar der Inhaber des Villinger Kinderfachgeschäfts Zappel-Philipp angeboten, die Differenz auszugleichen, berichtet Leppert und spricht von einer "schönen Geste". Da sei es aber bereits zu spät gewesen: Denn zu diesem Zeitpunkt hatte die Messe die Bühne bereits abbestellt, den Vereinen, die in der Warteschleife hingen, abgesagt.

"Ganz still wird der Markt aber nicht", stellt Patricia Leppert klar. Denn die Aussteller könnten – wenngleich nur aus Boxen – selber Musik abspielen, haben sie doch eigene Verträge mit der Gema, wie beispielsweise der Betreiber beider Kinderkarussells, der sogar einen gesonderten Ganzjahresvertrag besitze.

"Natürlich ist es sehr schade, vor allem für die vielen Vereine und Schulen, die sonst immer die Bühne gefüllt haben", sagt indes Wirtschaftsförderin Beate Behrens. Sie bedauert, dass im Vorhinein keine Kommunikation zwischen Stadt und Messegesellschaft stattgefunden habe: "Wenn man nicht mit mir redet, kann ich leider auch nicht reagieren."

So hofft die Wirtschaftsförderin, für das kommende Jahr eine "bezahlbare und akzeptable Lösung mit Musikbühne" mit der Messegesellschaft auf die Beine stellen zu können.

Doch das hängt auch davon ab, ob der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch dem Beschluss zustimmt, der Messegesellschaft den jährlichen Zuschuss von 30 000 Euro, der in den vergangenen beiden Jahren als "Anschubfinanzierung" für die Durchführung des Weihnachtsmarkts bestimmt war, auch für 2016 zu gewähren.

Es bedarf einiger Investitionen

Darauf sei dieser nämlich angewiesen, um neben Imbissbuden und "fahrenden Marktbeschickern" durch traditionelle Kunsthandwerk-Hütten und Stände mit sozialem Hintergrund, die Zuschüsse benötigen, genügend Flair aufkommen zu lassen. "Der Weihnachtsmarkt muss in einen vernünftigen Fluss kommen, um zu einem Aushängeschild der Stadt zu werden. Doch das bedarf einiger Jahre Zeit und vor allem einiger Investitionen", macht Behrens deutlich.

Dazu sei natürlich das Stadtmarketing, aber auch das "innere Marketing" durch die Besucher gefragt. Ob dieses auch in diesem Jahr so positiv wie zuletzt ausfallen werde, ist sich die Wirtschaftsförderin nicht sicher: "Durch die fehlenden Vereine und Schulen werden vielleicht die Familien wegbleiben, die sonst das Bild des Weihnachtsmarkts geprägt haben."

Sie hoffe aber, dass die Bürger den Weihnachtsmarkt auch ohne Bühne annehmen werden – für einen Ausgleich durch das Alternativprogramm habe die Messegesellschaft ja bereits gesorgt. Beate Behrens: "Jetzt schauen wir erstmal, wie der Markt läuft, bevor wir ihn kritisieren."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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