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Villingen-Schwenningen Geheilt ist noch nicht gesund

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Stiftungsvorstand Roland Wehrle (von links) gratuliert Kreisredaktionsleiterin Cornelia Spitz und Chefredakteur Hans-Peter Schreijäg vom Schwarzwälder Boten zum Medienpreis 2016. Sonja Faber-Schrecklein hält die Laudatio. Dold   Foto: Dold Foto: Schwarzwälder-Bote

Der mit 10 000 Euro dotierte Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge geht an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Auch der Schwarzwälder Bote wird ausgezeichnet.

Stuttgart/Villingen-Schwenningen/Konstanz. Der Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge, einer Stiftung für das chronisch kranke Kind, wird jährlich verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert. Dieses Mal ging er an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) für sein Projekt zur Therapie der Spätfolgen nach einer Krebserkrankung im Kindesalter. Gleichzeitig vergibt die Kinderkrebsnachsorge jedes Jahr einen Medienpreis. Dieses Mal an den Schwarzwälder Boten. Damit werde die "kontinuierliche Berichterstattung über die medizinisch-therapeutische Arbeit, Fachsymposien, Veranstaltungen für die Patientenfamilien und insbesondere die einfühlsame Veranschaulichung von schweren Patientenschicksalen" honoriert, so Sonja Faber-Schrecklein in ihrer Laudatio – sie ist Vorstandsmitglied der Deutschen Kinderkrebsnachsorge und selbst Journalistin und Moderatorin. Dies unterstrich Stiftungsvorstand Roland Wehrle, Geschäftsführer der Kinderkrebsnachsorgeklinik Tannheim. Der Chefredakteur des Schwarzwälder Boten, Hans-Peter Schreijäg, und Cornelia Spitz, Kreisredaktionsleiterin im Schwarzwald-Baar-Kreis, nahmen den Preis am Dienstagabend in Stuttgart entgegen. "Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung", so Hans-Peter Schreijäg, zumal sie gerade die kontinuierliche, langjährige Berichterstattung über das große Wirken der Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim (Stadt Villingen-Schwenningen) vor Ort würdige. 2017 feiert die Nachsorgeklinik ihr 20-Jähriges – der Schwarzwälder Bote durfte ihre positive Entwicklung von Anfang an begleiten und vielfach Einblick in ihren nicht alltäglichen Klinikalltag nehmen. "Das Schönste überhaupt am Journalismus ist ja, dass wir neugierig bleiben dürfen", so Schreijäg.

Diese Neugier wurde am Abend der Preisübergabe mit Informationen über eine herausragende Arbeit an der Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf befriedigt. Eine kleine Forschungsgruppe widmet sich dort seit 2010 einer ganz beachtlichen Strategie: mit kognitivem Training, ganz individuell auf den kleinen Patienten und seine eigenen, durch den Hirntumor erlittenen Spätfolgen ausgerichtet.

"Ein Hirntumor ist etwas Schreckliches", stellte Laudator Karl Welte, Professor am Universitätsklinikum Tübingen, fest. Zwar hätten sich die Heilungschancen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, es komme aber oft auch zu Spätfolgen durch den Tumor selbst oder die Folgen von Operationen und Strahlentherapie. Welte nannte "Aufmerksamkeitsstörungen, verminderte Leistungen von Gedächtnis und Feinmotorik – nicht nur eine Woche, sondern ein Leben lang."

Aber: Konsequente Therapie, auch psychologisch und ergotherapeutisch, kann helfen, die Spätfolgen beträchtlich zu mindern. Davon sind die Preisträger, bei der Preisvergabe vertreten durch den Kinderonkologen Stefan Rutkowski, die Ergotherapeutin Julia Kastenbauer und die Diplom-Psychologin Anika Resch, überzeugt. Sie sind maßgeblich für das seit 2010 in der Projektphase befindliche Therapiekonzept verantwortlich, in dem durch kognitives Training – vom Korbflechten über gezielte Computerspiele bis hin zu vielfältigen, gezielt ausgewählten Beschäftigungen – die Spätfolgen aufgearbeitet werden sollen, um eine größtmögliche Selbstständigkeit zu erreichen. "Es ist nichts frustrierender für ein Kind als die Rückkehr in das normale Leben und plötzlich festzustellen, dass das eine andere Normalität ist", nicht mehr überall mithalten zu können, langsamer zu sein.

Ein Junge, dem einst im Höchstfall ein Förderschulabschluss in Aussicht gestellt worden ist, und der nach zehn Therapiejahren nun seinen Realschulabschluss in der Tasche hat – solche Erfolge bestärken das Forschungsteam in seinem Tun. Und: "Der Preis ist eine weitere Motivation, daran weiterzuarbeiten", freut sich Rutkowski. Der Projektplan für 2017 steht – und auch die Hoffnung, das Hamburger Projekt deutschlandweit ausdehnen zu können.

 
 

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