Mundart: Bärbel Brüderle erklärt Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke. In der 64. Folge dieser Serie geht es um fromme Villinger

Bildstöckle und Wegkrüz

Hier war man wohl schon immer sehr fromm (amend hon si aber au nu deglieche dau, also so getan), davon zeugen zahlreiche Bild­stöckle, Wegkrüz, Käppele un au Votivtafle ". Auch Gelübde wie zum Beispiel das Kuhreiheblose an Heilig Obed, oder ge Walle gau uf de Dreifaltigkeitsberg, wo ein Votivbild an eine Viehseuche erinnert.

Au ge Triberg isch mer gloffe, denn in der Wallfahrtskirche Maria in der Tanne befindet sich ein von der Bevölkerung un dem Rat gestiftetes Bild als Dank für die überstandene Belagerung 1704 durch Marschall Tallard.

Auch die Fasnet, als Vorbereitung auf die Fastenzeit, wird hier zwar fröhlich, aber doch mit einigem Ernst zelebriert. Außer Maschgerelauf“ und diversen Umzügen unterhalten verschiedene Gruppen und Vereine mit Sketchen und Gesang.

Besonders fromm schien dabei meine Schwiegermutter Friedel gewesen zu sein. Beim Turnverein und Frauenbund gehörte sie zu den Akteuren. Einmal, sie hatte den Text zu einer Aufführung verlegt, bekam sie erhebliche Gewissensbisse. Eigentlich wollte sie ja zum Schlampertoni, dem Heiligen Antonius beten, um den Zettel wieder zu finden. Dies schien ihr aber dann doch ein Sakrileg zu sein.

Ob mit oder ohne Beistand des beliebten Heiligen, zuständig für verlorene Dinge, der Text fand sich dann doch noch rechtzeitig ein.