Intercity-Züge der SBB mit meist modernisierten Wagen fahren auf der Gäubahn als Ersatz für die fehlenden ICE-Neigetechnikzüge der Deutschen Bahn. Foto: SBB

Bahnchef Grube spricht von gesicherter Finanzierung. Planfeststellungsbeschluss in Arbeit.

Schwarzwald-Baar-Heuberg - Das wichtige zweite Gleis der Gäubahn (IG) zwischen Horb und Neckarhausen kommt laut Bahnchef Rüdiger Grube bald.Die Finanzierung wurde ihm vor kurzen zugesagt. Dies sagte er beim Vortrag im UBS-Fortbildungszentrum Wolfsberg in Ermatingen/Schweiz.

Der Vorsitzende des Interessenverbandes Gäubahn, Guido Wolf (Tuttlingen) betonte, dass man mitten in der Arbeit des Planfeststellungsbeschlusses sei. 2013 werde als Termin genannt. Wolf ist zuversichtlich und rechnet bereits 2012 mit der Genehmigung. Mit Tempo könnte dann das zweite Gleis bei Horb eingebaut werden. 12,5 Millionen Euro werde die Maßnahme kosten. Guido Wolf betonte, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei diesem geringen Betrag nachfragte, ob es sich um die Planungskosten handle. Er konnte es kaum glauben, dass dieser geringe finanzielle Einsatz eine große Verbesserung auf der Gäubahn bringe.

ICE bleibt ein Dauerproblem

Dann können vor allem die Fernzüge zwischen Zürich und Stuttgart beschleunigt fahren, um in der Landeshauptstadt weitere Anschlüsse in alle Richtungen zu erreichen. Rüdiger Grube sprach auf dem Wolfsberg sogar von einem vollständigen zweigleisigen Ausbau der gesamten Strecke. Dies hätten DB und Schweizerische Bundesbahnen in der gemeinsamen Betreibergesellschaft vereinbart. Guido Wolf bezeichnet diese Aussage als "Wunschdenken". Zum Optimieren des Verkehrs benötige man keinen Vollausbau. Das Geld könne man sinnvoller einsetzen.

Bis der Fernverkehr nach dem Gleisausbau bei Horb beschleunigt auf der Gäubahn fahren kann, müssen auch die Neigetechnikzüge zurückkehren. Die Deutsche Bahn hat laut Grube mit den ICE ein Dauerproblem. Die Züge müssen zwölf Mal häufiger wegen der Achsuntersuchung in die Werkstatt als früher. Im Winter dauere solch eine Untersuchung bis zu 20 Stunden pro Einheit. Bis 2013/14 werden die Probleme laut DB-Chef ein Thema bleiben, da die Bahn kein ICE-Reservematerial besitze. Notfalls könnte wohl die SBB mit ihren Neigetechnikzügen (ICN) einspringen. Ende 2012 wird die SBB zwischen Zürich und Singen auf der ausgebauten Strecke in der Schweiz unterm Hohentwiel zehn Minuten früher ankommen. Bis der Ausbau in Horb fertig ist, verpufft dieser Zeitgewinn durch die längere Standzeit in Singen. Dies könnte durch den sofortigen Einsatz der ICN-Züge vermieden werden. Der Geschäftsführer der IG, Rainer Kaufmann, ist für eine attraktive schnelle Lösung. Sonst blieben die Reisenden ganz weg. u Wirtschaft

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