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Villingen-Schwenningen "Friedensarbeit ist nicht umsonst"

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Die ganze Familie Eigeldinger - Rania, Ingo, Anke und Annika (von links) – nahm im Frühsommer am Staffellauf gegen Rüstungs­exporte teil. Seither engagieren sie sich im Regionalen Friedensbündnis VS. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

"Frieden geht" – der in den zwei letzten Mai­wochen dieses Jahres veranstaltete Staffellauf gegen Rüstungsexporte von Oberndorf nach Berlin stand beim Treffen des "Regionalen Friedensbündnisses VS" noch einmal im Mittelpunkt. Das Fazit: "Unsere Arbeit ist nicht umsonst".

VS-Villingen. "Frieden geht…weiter" nannte sich der vom katholischen Pfarrer aus Niedereschach, Alexander Schleicher, moderierte Abend im Martin-Luther-Haus in Villingen folgerichtig, zu dem rund 50 Pazifisten und Friedensaktivisten gekommen waren, darunter Oberbürgermeister Ruper Kubon. Das Mitglied der "Mayors of Peace" nannte es eine wichtige Aufgabe, "Fakten zu benennen", denn "Krieg und Frieden hängen immer mit Lüge und Wahrheit zusammen".

Helmut Lohrer, aktives Mitglied und zugleich bei IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg) engagiert, lieferte Fakten. In den USA sterben täglich zehn Kinder unter 17 Jahre durch private Schusswaffen, insgesamt kamen 2018 bisher 50 000 Menschen durch Kleinwaffen ums Leben.

Deutsche Fabrikate gelangen in Afrika unter anderem in die Hände von Kindersoldaten. Für 6000 Euro, die Kosten für die Operation eines Jungen nach einem Schuss in den Unterkiefer, könne sich dort eine sechsköpfige Familie zehn Jahre lang ernähren, so Lohrer.

Mit welchen Winkelzügen die deutsche Rüstungsindustrie arbeite, um Auslieferungsverbote zu umgehen, machte er am Beispiel von Rheinmetall deutlich. Das Unternehmen gründete kurzerhand auf Sardinien ein Werk zur Herstellung von Bombensprengköpfen für Saudi-Arabien, die "nachweislich gegen den Jemen eingesetzt wurden". Keine Regierung fühle sich zuständig, prangerte Lohrer an.

Nachdem der Rüstungsexportmarkt mit Ende des Kalten Krieges schrumpfte, sei er derzeit wieder auf dem steigenden Ast, sagt die Statistik. Mit dabei auch das Oberndorfer Unternehmen Heckler & Koch, das sich momentan wegen illegalen Waffenlieferungen nach Mexiko vor Gericht verantworten muss. Dafür gesorgt habe in erheblichem Maße das deutsche Bündnis "Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel". Das Urteil werde am 10. Dezember verkündet.

Die Friedensarbeit sei also nicht umsonst, sagten Lohrer und Schleicher, die beide im Besitz einer Firmenaktie sind und bei der letzten Aktionärsversammlung bohrende Fragen stellten. Auch Aktionen wie der eingangs erwähnte Staffellauf haben zum Erfolg beigetragen. Menschen wie der Professor an der Hochschule Furtwangen, Arno ­Weber, der Journalist und Programmierer Frank Chudoba aus Zimmern und der Konstrukteur aus Niedereschach-Kappel, Ingo Eigel­dinger, der sich seit dem Lauf mit seiner ganzen Familie aktiv im Regionalen Bündnis einbringt, berichteten von ihren persönlichen Erlebnissen auf Teilen der 1100 Kilometer langen Strecke.

"Nicht schauen, was andere tun oder nicht tun, sondern das machen, was man selbst für richtig hält", ist Eigeldingers Rezept gegen die Ohnmacht, die, wie er wisse, viele Menschen beim Thema Waffenexporte verspüren. "Für mich war der Lauf und die Zeit danach der Beweis, dass man durchaus etwas bewegen kann", bestätigte Frank Chudoba.

Derzeit entsteht ein internationales Bündnis gegen den Rüstungsexport mit Namen "Global Net – Stop the Arms Trade" (www.gn-stat.org).

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