Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 43. Folge dieser Serie geht es um hiesige Sprüche und Redensarten.

Ein ganz gängiger Spruch ist wohl allseits bekannt: "’s goht degege!" Der Ausspruch deutet auf ein bevorstehendes Ereignis hin, wie zum Beispiel "d’ Fasnet".

Er gilt aber auch gleich wieder danach, wenn man im zeitlich wiederkehrenden Rhythmus neu auf den Höhepunkt zufiebert. Früher galt er allerdings wohl auch häufig als Protest gegen Verordnungen der Obrigkeit.

"’S wurd sich no wiise!" oder "Sell mueß sich erscht no wiise!", heißt soviel wie: "Man wird schon sehen!" oder "Die Wahrheit wird sich noch herausstellen."

"Muesch halt degliche due!" beziehungsweise "Ich due halt degliche!" bedeutet, den Anschein geben, so tun als ob oder auch heucheln.

Sehr oft hört man auch den Satz: "’S goht für ebbs ab!" Es bedeutet eigentlich soviel wie Dank für eine Gefälligkeit, für die kein Geld bezahlt wird.

Zugleich signalisiert es aber: "Ich wirf dir au mol en Stei i de Garte", also übertragen: "Du häsch ebbs guet bi mir." Eine Hand wäscht die andere, könnte man auch sagen.

Ein sehr schöner Dank für ein besonderes Geschenk oder erwiesene Hilfe ist: "Vergelts Gott!" Es bedeutet soviel wie: Gott möge dir dafür seinen Segen erweisen, denn ich selbst wäre dazu gar nicht in der Lage!