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Villingen-Schwenningen Forderungen an die Politik

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Michael Steiger (Geschäftsführer Irish Pub-TUT GmbH, Tuttlingen und Vorsitzender des Tourismusausschuss der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg), IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos, IHK-Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek und Marion Haller-Maier (Inhaberin Edeka Culinara) geben Einblick in die aktuelle Lage. Foto: IHK Foto: Schwarzwälder Bote

Die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg und ihre Mitglieder haben im Rahmen eines Fahrplans zum Jahreswechsel Forderungen an die Politik aufgrund der Coronakrise gestellt.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Verlängerung des Lockdowns, unklare Aussichten auf das neue Jahr und der drohende Verlust des Weihnachtsgeschäftes: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) samt ihrer Mitglieder blickt sorgenvoll auf die unsicheren Zeiten. Gemeinsam formulieren sie deshalb Forderungen – insbesondere an die Politik.

Die nackten Zahlen

Wie sich die Corona-Krise auf die Lage der Betriebe auswirkt, zeigt eine aktuelle Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK bei mehr als 13 000 Betrieben. Demnach würden 69 Prozent aller befragten IHK-Unternehmen branchenübergreifend für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang erwarten. Besonders stark gebeutelt seien neben Reiseunternehmen (sie verzeichnen 94 Prozent Umsatzrückgang), auch Gastronomen (93 Prozent). Den Einzelhandel (66 Prozent) treffe es ebenso hart wie die Industrie (69 Prozent).

Wie IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos berichtet, stünden viele Mittelständlern derzeit aufgrund von geringer Nachfrage oder Auftragsstorno, Engpässe bei Zulieferern sowie Mitarbeiterausfall still. Positiv sei für sie die zunehmende Digitalisierung der Betriebe. Ihr Appell an die Bürger: "Kaufen Sie vor Ort, es geht an’s Eingemachte!"

Einzelhandel gebeutelt

Dass Lebensmittelmärkte nicht so sehr gebeutelt sind von der Krise, mit dieser angeblichen Binsenweisheit räumt Marion Haller-Maier, Inhaberin des Edeka Culinara in Rottweil, auf. "Unsere Mehrkosten für Security beliefen sich allein im März und April auf 20 000 Euro", erklärt sie beim IHK-Pressegespräch. Dies sei nicht nur aufgrund von Einlassstopps notwendig geworden. Die Menschen hätten sich zu Beginn der Pandemie hysterisch mit Lebensmitteln eingedeckt, daraus hätte sich geradezu eine Panik ergeben, die wiederum teilweise in eine Unverschämtheit von Kunden mündete. Einlassstopps werden wohl auch aufgrund der nun erlassenen Beschränkungen hinsichtlich der Märkte, die mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche vorweisen, notwendig. Zur "Prime Time" könnte dann nur noch ein Viertel der sonst üblichen Kundenanzahl gleichzeitig im Markt einkaufen.

Zu schaffen macht Culinara aber insbesondere die Mitarbeitersituation. Zum ohnehin existierenden Fachkräftemangel seien ab August erkrankte oder in Quarantäne geschickte Mitarbeiter hinzu gekommen. "Solche Spontanausfälle sind untragbar, damit wird das Weihnachtsgeschäft unkalkulierbar", so Haller-Maier. Ihre Forderung an die Politik: Schnelltests für Mitarbeiter. Von der IHK ergänzt Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek zudem den Wunsch, die Wirtschaft in die Impfstrategie zu integrieren.

Steuerberater gefordert

Mario Born, Geschäftsführer PWS Südwestdeutsche Wirtschaftsprüfung GmbH, Villingen-Schwenningen, konnte derweil davon berichten, wie sehr Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aufgrund der Liquiditätshilfen und der Kurzarbeiterregelung gefordert waren. Steuerberater würden bei fehlenden Personalabteilungen für Betriebe als Bindeglied fungieren, um die Hilfspakete umzusetzen. "Aber auch die Kurzarbeiterthemen sind unheimlich kompliziert", erklärt der Fachmann. Hier gäbe es eine Verzahnung diverser Rechtsgebiete. Verzögerte Zahlungen für den Lohnausfall aufgrund von Absonderungen durch das Gesundheitsamt hätten insbesondere kleinere Betriebe in die Bredouille gebracht.

"Ich bin aber berührt, wie offen und ehrlich die Unternehmer sind. Viele haben Hilfen abgelehnt", macht Born deutlich. Das zeige, wie tief der ehrbare Kaufmann weiterhin in den Unternehmern verwurzelt sei. Seine Forderung: Eine Evaluierung der Finanzhilfen und eine Reduktion der Programmkomplexität.

Gastro droht Totalausfall

Fehlende Planungssicherheit macht derweil Michael Steiger, Gastronom und Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses, zu schaffen. Bei der Ankündigung zur Verlängerung des Lockdowns wäre es wichtig gewesen zu erfahren, ob die Gastronomen immerhin über Weihnachten öffnen dürfen. Dies steht aber weiterhin in den Sternen. Er hoffe daher, dass Betriebe – als Ersatz für die Weihnachtsessen – ihre Mitarbeiter mit Gutscheinen aus der Gastronomie versorgen.

Zudem wünsche man sich ein Regelwerk für die in der Region wichtigen Geschäftsreisen und eine Digitalisierung der Nachverfolgung der Gäste. Dies würde die Arbeit enorm erleichtern.

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