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Villingen-Schwenningen Flüchtlinge: Anwohner-Unmut wächst weiter

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Quell des Unmuts: die "bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung" in der Kirnacher Straße. Foto: Eich

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VS-Villingen - Lärm bis tief in die Nacht, mangelhafte Informationspolitik: Im Gemeinderat haben zahlreiche Anlieger der bedarfsorientierten Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) ihrem Unmut Luft gemacht. Auch einen Tag nach der denkwürdigen Sitzung ist die Stimmung rund um die Flüchtlingsunterkunft angespannt.

Claudia Konegen steht im Kinderzimmer ihrer Tochter und zeigt aus dem Fenster. Unten, wo die Loretto- zur Roderstraße wird und die Ewald-Huth-Straße mündet, herrscht auch zur Mittagszeit reger Betrieb: Familien mit Kinderwagen ziehen vorbei, Gruppen junger Männer laufen in Richtung Stadt. Es sind Flüchtlinge, die in der BEA leben, Konegen kann die Unterkunft vom Fenster aus sehen. "Es ist eine schwierige Situation", sagt sie, "hier herrscht auch nachts ständig Betrieb."

Auch deshalb hat sie ihr Haus in der jüngsten Gemeinderatsitzung als "Brennpunkthaus" bezeichnet und mehr Unterstützung für die Anlieger der Unterkunft gefordert. "Auch wir brauchen einen Ansprechpartner", sagt sie.

So wie Konegen denken viele Anwohner rund um die Flüchtlingsunterkunft. "Der Lärmpegel ist auch zu Ruhezeiten sehr hoch", sagt ein Mann mittleren Alters. "Das ist ein Problem, weil hier viele Menschen arbeiten gehen." Und eine junge Mutter, die mit ihrer Familie unweit der Unterkunft lebt, sagt: "Das Problem ist nicht, dass Flüchtlinge da sind, sondern dass es so viele auf einmal sind, und eben auch viele alleinstehende Männer." Es käme unter den Flüchtlingen zu Auseinandersetzungen, vor kurzem hätten ihre Kinder eine handfeste Prügelei zweier Asylbewerber mitansehen müssen. Ihre Kinder, so die Frau, lasse sie mittlerweile nicht mehr alleine zur Schule.

Die junge Frau ist der Meinung, dass hier von seiten der Politik dringend etwas getan werden muss, eine Forderung, die in diesen Tagen rund um die Flüchtlingsunterkunft häufig zu hören ist. "Man braucht eine Kontaktperson, die zwischen Anwohnern und Flüchtlingen vermittelt", bringt ein älterer Mann die Position vieler Anwohner auf den Punkt.

Hoffnung, dass Stadt oder Land in dieser Sache aktiv werden und den Wunsch der Anlieger erhören könnten, haben indes die Wenigsten. Viele fühlen sich von der Politik alleingelassen, bei manchen herrscht regelrechte Wut. "Der Oberbürgermeister und Landrat sind sich zu fein, um die Situation gemeinsam mit den Bürgern anzuschauen", sagt ein Anwohner. Und ein anderer meint: "Die Flüchtlinge sind hier non-stop unterwegs, viele Anwohner haben Angst, insbesondere vor größeren Männergruppen. Wir sind zu keiner Zeit anständig informiert worden. Die Organisation von Landratsamt und Stadt ist untragbar."

Überdies würden sich viele Menschen nicht trauen, ihre Forderungen klar zu artikulieren, weil sie die Konsequenzen fürchteten: "Es ist ja fast wie ein Spießrutenlauf. Wenn man was sagt, wird man gleich in die rechte Ecke gestellt."

Und wie sehen die Asylbewerber die Situation? Können Sie den Unmut der Anwohner nachvollziehen?

Ein junger Flüchtling aus dem Irak nickt. Ja, er könne es verstehen, wenn sich die Menschen über den Lärm in der Unterkunft beschwerten. Es lebten sehr viele Kinder in den Häuserblocks, so dass ein gewisser Geräuschpegel schwer zu vermeiden sei. Die Situation sei insgesamt schwierig, auch weil man wenig zu tun habe. "Wenn man Arbeit hätte", sagt er, "wäre vieles besser."

 
 

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