Wirtschaft: Verwaltung wird im März zentralisiert / Rückzug aus Hausen ob Verena wohl bis Mitte 2021
Die Firma Sikla, die seit Mitte der 90er-Jahre bereits in Schwenningen ansässig ist, wird sich komplett auf die Neckarstadt konzentrieren. Im Jahr 2021 wird das Unternehmen seinen Gründungsort Hausen ob Verena endgültig verlassen.
VS-Schwenningen. Aktuell sind in Hausen ob Verena noch etwa ein Dutzend Verwaltungsangestellte sowie weitere 15 Montagemitarbeiter beschäftigt. Doch die Tage des Standorts sind gezählt. Denn das Unternehmen hat den Umzug seiner Angestellten in die Zentrale nach Schwenningen bereits eingeleitet. Ab dem 12. März sollen die Verwaltungsmitarbeiter in ihre neuen Büros in die Neckarstadt ziehen. Die Montage wird laut Sikla-Geschäftsführer Dieter Klauß wohl bis Mitte 2021 folgen.
Neubau eines Hochregallagers
Dafür ist allerdings noch mehr nötig: "Wir werden auf unserem eigenen Grundstück anbauen", erklärt Anita Burger, Facility-Managerin bei Sikla. Geplant ist eine rund 1000 Quadratmeter große Halle, die ein Hochregallager für "Langgut" beherbergen wird. "Dafür wurde letztes Jahr im April der Bebauungsplan im Industriegebiet geändert, welcher seit November rechtskräftig ist", erklärt Burger.
Bisher sei nur eine Gebäudehöhe von neun Metern zulässig gewesen. Nach der Änderung darf nun 15 Meter hoch gebaut werden. Und das wird Sikla auch tun. "Wir rechnen mit dem Baubeginn im Herbst. Bis dann alles fertig ist und der Umzug nach Schwenningen über die Bühne geht, wird es bestimmt Mitte 2021", skizziert Dieter Klauß den Zeitplan.
Einfacher waren hingegen die Vorbereitungen für den Verwaltungszusammenschluss. "Wir hatten zwischen der Verwaltung und der Logistik eine etwa 100 Quadratmeter große Lagerfläche. In diesen Gebäudeteil haben wir eine Decke eingezogen und beide Stockwerke zur Bürofläche umfunktioniert", erklärt Anita Burger. Unten sind so Schulungs- und Besprechungsräume entstanden, oben bekommen die Verwaltungsmitarbeiter aus Hausen ob Verena ihre Büros. Nachdem die Umbauarbeiten bereits im Oktober begonnen haben, stehen diese mittlerweile kurz vor dem Abschluss. "In diesen Tagen sollen die ersten Möbel kommen, sodass wir zuversichtlich sind, dass zum Stichtag 12. März alles klappt", sagt Burger.
Die Zentralisierung und Erweiterung am Firmenhauptsitz in Schwenningen ist einerseits ein Standortbekenntnis des Unternehmens. Andererseits sieht es Klauß aber auch als logische Konsequenz der Entwicklung der Arbeitsabläufe. "Es werden natürlich Transportwege wegfallen. Was aber viel wichtiger ist, Besprechungen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger", betont er. Und wegen einer zehnminütigen Besprechung fahre niemand 20 Minuten nach Hausen und 20 Minuten wieder zurück. "Auch die Infrastruktur ist in Schwenningen eine andere. Hier können unsere Mitarbeiter in der Kantine essen und bekommen ihre Mahlzeit nicht im Aluschälchen geliefert", nennt Klauß einen der für ihn "weichen Faktoren". Alles in allem habe das positive Auswirkungen auf die Attraktivität des Arbeitgebers und Arbeitsplatzes.
Und die zukünftigen Fahrten zum Arbeitsplatz für die Mitarbeiter? "Ich denke, die rund 15 Minuten auf dieser Strecke sind für die Kollegen machbar", sagt Anita Burger. Es sei ja nicht die Rede von 200 Kilometern und es sei auch keine Strecke, auf der täglich mit Staus oder anderen Verzögerungen zu rechnen sei.
Als einer der führenden Spezialisten von Befestigungssystemen ist Sikla nach eigenen Angaben seit fünf Jahrzehnten kompetenter Partner für die technische Gebäudeausrüstung und den industriellen Anlagenbau. Sikla Produkte werden in über 35 Ländern weltweit eingesetzt. Das Unternehmen ist in fast allen europäischen Ländern mit einer eigenen Gesellschaft oder durch Vertriebspartner vertreten. Sikla wurde im Jahr 1967 von Sighart Klauß gegründet. Heute beschäftigt die international agierende Firmengruppe rund 500 Mitarbeiter, aktuell etwa 120 in Schwenningen, und wird als unabhängiges Familienunternehmen von Dieter und Reiner Klauß geführt.