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Villingen-Schwenningen Felix Ani wehrt sich gegen Gaffer-Vorwurf

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Wie selbstverständlich spazierte Felix Ani als Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens im Januar durch die Einsatzstelle. Verletzte will er dabei aber nicht fotografiert haben. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Weil er im Januar einen Schwerverletzten fotografiert haben soll, steht der 59-jährige Felix Ani am 19. August vor Gericht. Vorgeworfen wird ihm die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches.

Widerspruch gegen Strafbefehl

Der Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens hatte bereits einen Strafbefehl erhalten, bestreitet jedoch die Vorwürfe und hatte deshalb Widerspruch eingelegt. Nun wirft er den Ermittlungsbehörden und der Justiz eine Verschwörung und Rassismus vor.

Es war ein dramatischer Unfall, der sich im vergangenen Winter auf der Kreisstraße bei Marbach ereignet hatte: Ein Transporter und ein BMW waren bei winterlichen Verhältnisse frontal zusammengestoßen - ein Fahrer wurde durch den heftigen Aufprall eingeklemmt. Doch die Einsatzkräfte hatten nicht nur mit der Versorgung der Verletzten zu tun - denn die Polizei hatte im Nachgang des Unfall von einer überaus unangenehmen Begleiterscheinung berichtet.

"Das war für meinen Chef und Disponenten"

So erklärte die Polizei in einer Pressemitteilung, dass während des Einsatzes der "Mitarbeiter eines Abfallentsorgungsunternehmens, der sein Entsorgungsfahrzeug verließ, um an der Unfallstelle ohne Respekt gegenüber den schwer verletzten Opfern des Verkehrsunfalls mit einem Mobiltelefon Fotos und Videos aufzunehmen."

Bei jenem Mitarbeiter handelt es sich um den in Nigeria geborenen Felix Ani - jener immer lächelnde Müllmann, der sich als "schwärzesten aller Schwarzwälder" bezeichnet und aufsehenerregend in die CDU eingetreten ist. Doch der 59-Jährige bestreitet die Vorwürfe vehement. Er habe lediglich, so sagt Ani im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, von dem Müllwagen aus den Stau fotografiert.

"Das war für meinen Chef und Disponenten", erzählt er. Schließlich hätte er Bescheid geben wollen, dass es auf der ihm zugeteilten Route aufgrund der Sperrung Verspätungen gäbe. Sein Disponent habe das entsprechende Bild auch dem ermittelnden Beamten gezeigt - dieses sei aus rund 300 Metern Entfernung von der Unfallstelle entstanden.

Obwohl Ani seine Unschuld beteuert, habe er einen Strafbefehl aufgrund der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches erhalten. Doch die 1800 Euro hohe Strafe möchte er nicht zahlen. "Ich habe Widerspruch eingelegt", sagt der 59-Jährige. Deshalb ging der Fall nun an das Amtsgericht Villingen-Schwenningen - dort wird das Vergehen in einer öffentlichen Hauptverhandlung am 19. August behandelt.

Rassismusvorwürfe gegenüber Justiz und Polizei

Doch ob er aus dieser Sache straffrei herauskommt scheint aber durchaus fraglich. Denn Fakt ist: Ani war mit dem Handy in der Unfallstelle unterwegs. Ein Reporter unserer Zeitung hatte während der Rettungsmaßnahmen gesehen, wie dieser direkt vor einem der Wracks stand und Aufnahmen hiervon fertigte. Der verletzte Fahrer befand sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr in seinem Wagen.

Allerdings soll der 59-Jährige anschließend - so berichteten damals Zeugen dem Schwarzwälder Boten - weitergegangen sein, und stand wohl auch bei der Rettung des eingeklemmten BMW-Fahrers mit seinem Handy in unmittelbarer Nähe zum Wrack. Von den Einsatzkräften soll Ani fortgeschickt worden sein, hierbei habe er sich wohl auch gegenüber der Polizei uneinsichtig gezeigt.

Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten verteidigt sich der 59-Jährige dahingehend, dass er im Bereich der Unfallstelle unterwegs war, aber er hätte keine Bilder von den Verletzten gemacht. "Und in das Internet gestellt habe ich auch nichts!", beteuert er. Der Müllmann wittert deshalb eine Verschwörung von Justiz und Polizei gegen ihn - und wirft den Ermittlungsbehörden in diesem Zusammenhang auch Rassismus vor. So würden die Behörden, wie er im Gespräch betont, an den Vorwürfen festhalten, weil er eine schwarze Hautfarbe habe.

Das passt übrigens so gar nicht zu Anis jüngstem Beitrag in den sozialen Netzwerken - dort hebt er die Aussage von Innenminister in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, hervor, der den Vorwurf des "latenten Rassismus" gegenüber der deutschen Polizei scharf kritisiert. Eines scheint klar: Egal wie es für den 59-Jährigen im August vor dem Villinger Amtsgericht ausgeht, einen Gefallen hat er sich mit dieser Angelegenheit ganz offensichtlich nicht getan.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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