Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der ­Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger ­Ausdrücke.

Die Muettersprochgruppe a Brige un Breg trifft sich nun seit 25 Jahren, um die regionale Sprache und einen alten Brauch zu pflegen.

In der sechsten Folge dieser neuen Serie geht es um "Z Liiecht gau" und "z agade". Das "Z Liiecht gau" ist ein alter Brauch, meist zur Winterzeit, wenn die Arbeiten in Feld und Wald erledigt waren. Man traf sich dann reihum jeweils in einer anderen "Spinnstube", also Bauernstube, um zu reden, spinnen, nähen, singen oder auch tanzen, eben um gesellig beisammen zu sein.

Die Burschen flickten dann auch schon mal ledernes Zaumzeug "Gschirr" oder dergleichen. Es hatte den Vorteil, dass dann immer nur in dem betreffenden Haus geheizt und beleuchtet werden musste. Das wäre eigentlich klimatechnisch auch heutzutage eine gute Möglichkeit viel CO2 zu sparen.

Gleichzeitig war das auch so etwas wie ein "Datingportal", so würde man es jedenfalls heute nennen. Die jungen Leute konnten sich so gegenseitig besser kennen lernen. Wenn zu später Stunde dann auch noch Gruselgeschichten erzählt wurden, war manches Mädchen froh, wenn ein Bursche sich für den Heimweg anbot.

Zum "z agade" traf man sich zu früherer Zeit auf einen "Schwätz" mit dem Nachbarn zum Beispiel am "Gartehag" oder auf der Bank vor dem Haus.