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Villingen-Schwenningen Es ist ein Hochgefühl, wenn man etwas bewirkt

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Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Nick Wälde wird im Mai 19 Jahre alt. Damit gehört er auf den von allen Parteien gerade aufgestellten Listen der Gemeinderatskandidaten zu den Jüngsten. Sein Vorteil: Erfahrungen in der Kommunalpolitik hat er als Jugend­gemeinderat schon gesammelt.

VS-Villingen. Auf dem Listenplatz 26 der FDP mit derzeit dreiköpfiger Fraktion rechnet er sich realistischerweise zwar keine allzu großen Chancen aus, doch für den 18-Jährigen ist diese Kandidatur für seine politische Entwicklung "der nächste logische Schritt", mit dem er auch ein Zeichen setzen möchte. Er will anpacken und mitgestalten.

An den Schülerdemos ­"Fridays for Future" ist er zwar dabei, doch er sieht die Bewegung etwas kritisch. "Da wird viel geredet und hinterher geht man zur Tagesordnung über statt zu handeln", moniert er. Er kann das sagen, hat er doch miterlebt, wie schwer es im vergangenen ­November war, Kandidaten für den Jugendgemeinderat zu finden und – noch schwieriger –Wähler dafür zu mobilisieren.

Nick Wälde ist mit zwei jüngeren Schwestern in ­Kirchdorf und am Kopsbühl aufgewachsen, hat ein Gymnasium in Rottweil bis zur Mittleren Reife besucht und 2017 sein Abitur am Romäusringgymnasium in Villingen abgelegt. Danach habe er ganz viel ausprobiert, erzählt er: Praktika an der Carl-Orff-Schule, bei einem Kunstrestaurator in Thüringen und in einer Berliner Autowerkstatt.

Interesse für China

Während seiner Rottweiler Schulzeit nahm er an einem Austauschprogramm mit ­China teil und entdeckte dabei seine Faszination dafür. Er beschäftigte sich mit Land und Leuten, mit Kultur und Sprache und war gerade für ein chinesisches Tourismusunternehmen bei der Internationalen Tourismusmesse in Berlin. In den nächsten Tagen beginnt er ein Studium an der Hochschule Furtwangen in Internationaler Betriebswirtschaftslehre mit dem Fokus auf China.

Sein politisches Interesse entdeckte Nick Wälde mit 15. Damals trieb die Frage "Wie kann ich selbst etwas bewirken und welche Partei entspricht meinen Wertevorstellungen?" ihn und seine Freunde um. Antworten fand er schließlich bei den Liberalen. Der Bundestagsabgeordnete Marcel Klinge habe ihn, "den naiven 16-Jährigen", ernst genommen und ihm alle Fragen beantwortet.

Nick Wälde kämpfte mit um die Gründung eines Jugendgemeinderates, unterlag bei den ersten Wahlen aber hauchdünn. 2017 wurde er dann gewählt. Für die "Politiker von morgen" sei dieses Gremium ein idealer Einstieg, findet er. Man lerne, wie Politik funktioniere, ideologische Betrachtungsweisen relativieren sich und weichen allmählich der notwendigen Nüchternheit. Auch das Auftreten vor der älteren Generation will trainiert sein, und ein Hochgefühl sei es, wenn man tatsächlich etwas bewirke.

Dass Ende März nun endlich das Kulturzentrum ­"Klosterhof" eingeweiht wird und der Skaterpark in Planung ist, ist tatsächlich dem Engagement des Jugendgemeinderates zu verdanken. Der hat auch schon neue Pläne, verrät Nick Wälde. Für den Herbst hat man ein Musikfestival in die Neckarhalle geholt. Zudem möchte man sich für die Schaffung von mehr Jugendfreiräumen einsetzen. Neben schon vorhandenen Basket- und Volleyballfelder denken die Jugendgemeinderäte dabei vor allem an Grillstellen und Wände für Graffiti-Künstler.

Im Rat der "Großen"

Im vergangenen Jahr war Nick Wälde vom Jugendgemeinderat in den Rat der "Großen" abgeordnet. Er durfte Vorstellungen kundtun, klarstellen und verteidigen. Wichtig zu erfahren sei für ihn gewesen, dass da zwar "so viel und oft über Banales geredet wird, dass das aber einfach dazugehört, sonst würde eine Stadt nicht funktionieren".

So vorbereitet, kann sich der angehende BWL-Student durchaus das Ehrenamt eines Gemeinderates vorstellen. Seine Themen wären die Digitalisierung, die es voranzutreiben gelte, ein größeres Kulturangebot für jüngere Menschen und mehr kommunale Unterstützung für gastronomische Betriebe. Da seine Eltern in der Branche selbstständig arbeiten, weiß Nick Wälde sehr gut, mit welchen Auflagen sie zu kämpfen haben.

Kulturell fühlt er sich sowohl zur Theater- als auch Musikszene hingezogen. Im Theater am Turm hat er zuletzt bei "Villa Irrsinn" die Co-Regie geführt und ist gerade dabei, ein eigenes Stück zu schreiben. Und als E-Gitarrist und Keyboarder gründet er mit Freunden momentan eine Band.

Bei Panthers U 16

Sein sportliches Engagement bis zur U 16 bei den ­Wiha-Panthers hat er aus zeitlichen Gründen aufgegeben, und das geliebte Kickboxen beendete er aufgrund einer Verletzung. Bei allem politischen Interesse – Berufspolitiker zu werden, kann sich Nick Wälde bislang nicht vorstellen. "Aber ich werde immer engagiert bleiben."

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