Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 15. Folge dieser Serie geht es um die Wörter luege, luschtere, lose, loschore, lufte, lugg.

Luege, ob der Poschtle schon da war

Es macht schon einen Unterschied wann es luege oder luschtere heißt. Wenn man zum Briefkasten geht, will man luege, ob der Poschtle schon da war.

Man kann aber auch hinter dem Vorhang luschtere, wer gerade beim Nochber zum z’agate, also zu me Schwätz, kommt.

Kommen die Kinder von der Schule, dann luege sie, was d’ Mamme" gekocht hat. Das kann man aber manchmal schon schmecke (riechen), wie es bei uns heißt.

Wollen sie etwas bozge, ­also etwas Unerlaubtes ­anstellen, dann luschtere sie zuerst, ob sie unbeobachtet sind, das heißt, ob nicht jemand luschteret, was sie gerade tun.

So verhält es sich auch mit lose, was zuhören bedeutet, im Gegensatz zu loschore, wobei man lange Ohre macht, um hälinge, also heimlich, etwas zu erkunden. Lose beziehungsweise zuelose sollte man jedenfalls, um etwas zu lernen oder Wichtiges zu erfahren.

Geht ein starker Wind, dann nennt man dies lufte oder sogar ghörig lufte.

Manchmal wird dabei schon etwas lugg also locker, eine Latte am Gardehaag zum Beispiel.

Soll man etwas fest halten, dann heißt der Befehl dazu jo nit lugg lau!