Gewitterstimmung in der Weilersbacher Pfarrgemeinde. Symbolfoto: © James Insogna – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Gruppe Weilersbacher Bürger fordert gerechte Terminverteilung / Pfarrer über Vorgehen enttäuscht

Einige Mitglieder des Weilersbacher Kirchenchors finden, dass die Gottesdiensttermine mit Eucharistiefeiern in der Seelsorgeeinheit "An der Eschach" ungerecht verteilt sind. Kürzlich veranstalteten sie eine Infoveranstaltung und forderten die Einrichtung eines fairen, rotierenden Systems.

VS-Weilersbach. In der Ankündigung der Veranstaltung, die auch der Schwarzwälder Bote druckte, hieß es, dass bis Juni 2018 keine Eucharistiefeiern an Sonn- und Feiertagen in St. Hilarius abgehalten werden. Bei der Veranstaltung selbst war dann die Rede von zwei Terminen. "Wir hatten den Weißen Sonntag und einen Termin, an dem voraussichtlich eine Eucharistie ist, nicht mitgezählt", erklärt Margarete Schleicher, Wortführerin der Gruppe, die sich "Ausschuss Neue Wege" nennt.

Sie beruft sich auf einen Plan, in dem die Gottesdienste der neun Pfarrgemeinden umfassenden Seelsorgeeinheit aufgelistet sind. Die Gruppe habe diesen Plan am 16. Januar erhalten. Da sei die ungerechte Verteilung aufgefallen. Darum habe man, sagt Schleicher, am selben Tag den Ausschuss gegründet, tags darauf versucht, Pfarrer Alexander Schleicher anzurufen und ihn in einer – nicht beantworteten – Mail um ein Gespräch gebeten. Am 18. Januar habe man die Veranstaltungsankündigung an das Weilersbacher Mitteilungsblatt geschickt und den Pfarrer am 24. Januar per Brief über die Veranstaltung und deren Inhalte informiert sowie ihn dazu eingeladen.

An der Infoveranstaltung rechnete Schleicher vor, dass in jeder Pfarrgemeinde bei gerechter Aufteilung bis Ende Juni fünf – nicht zwei – Eucharistiefeiern abgehalten werden müssten. Ärgerlich sei zudem, dass in dem genannten Zeitraum an keinem kirchlichen Feiertag eine Eucharistie in Weilersbach geplant gewesen sei. "In dieser Hinsicht ist uns die Pfarrgemeinde mit zwei Terminen entgegengekommen", sagt Schleicher. Die Termine an Sonntagen sollen, fordert die Gruppe, über ein Rotationssystem geregelt werden: "Uns ist bewusst, dass der Pfarrer bei neun Gemeinden nicht überall sein kann und das wir das durch die Weilersbacher Brille sehen. Aber einige Anlässe oder Tage sind in unserem Ort sehr wichtig."

An dieser Stelle sieht Pfarrer Alexander Schleicher das Problem: "Ich kann mich gut in die Leute aus der Gruppe versetzen. Aber ich muss für die Mitglieder aller Pfarrgemeinden da sein. Den Gottesdienstplan für neun Gemeinden zu erstellen, ist ein komplexer Vorgang. Jeder Ort hat berechtigte Wünsche. Und meine Mitarbeiter und ich versuchen, auf alle einzugehen. Jeder einzelne Sonderwunsch wirft ein langfristiges, rotierendes System aber auch durcheinander. Deshalb hört sich das in der Theorie einfacher an, als es umzusetzen ist. Und deshalb kann man es auch leider nicht jeder Gemeinde bei der Planung Recht machen", erklärt der Pfarrer.

Zuvor bereits stellt Pfarrer Schleicher klar: "Dass in Weilersbach keine Termine geplant waren, ist eine Falschaussage und auch niemals so geplant gewesen. Ich bin realistisch und weiß, ich kann es nicht allen Recht machen. Aber mein Anspruch ist: Ich will nicht werten. Weilersbach wird nicht benachteiligt und ich gehe dort genau so gerne hin, wie in die anderen Gemeinden. Dass es mal zu Ungerechtigkeiten kommt liegt schlicht an der Komplexität des Plans und den vielen einzelnen Wünschen der Gemeinden." Zudem basierten die Informationen der Gruppe den benannten Zeitraum betreffend auf einem Plan, der im November angefordert wurde, und nicht aktuell sei.

"Das hätte ich alles sehr gerne vorher geklärt", sagt Schleicher. Die Gesprächsanfrage der Gruppe am 17. Januar sei von ihm – ausnahmsweise – abgelehnt worden, weil er in einem einstündigen Gespräch den Gottesdienstplan erklären hätte sollen. Einen verwaltungstechnischen Vorgang hätte Schleicher jedoch allen Gemeinden näherbringen müssen – dann seien es neun Stunden geworden. Zudem bedauerte der Pfarrer, das er sich nicht bei der Infoveranstaltung erklären habe können. "Ich habe am 25. Januar in dem Brief der Gruppe von ihrer Veranstaltung am 30. Januar erfahren. Ich hatte bereits einen Termin. Dass das zu kurzfristig ist, muss eigentlich klar gewesen sein", sagt Schleicher.

Der Pfarrer betont mehrfach, die Sache nicht "über die Presse austragen zu wollen". Ihn störe jedoch die Weise, wie mit dem Thema umgegangen werde. Zum einen in der Öffentlichkeit ("Es wurden Dinge veröffentlicht, die einfach nicht Stimmen"), aber auch intern. Denn den Brief, in dem die Gruppe ihre Beweggründe ausdrückt, aber auch die unwahren Behauptungen über die Termine aufstellt, hat sie nach Aussage des Pfarrers unter anderem auch an die Büros von Josef Fischer, Dekan des Dekanats Schwarzwald-Baar, und von Stephan Burger, Erzbischof des Bistums Freiburg, geschickt.

Pfarrer Schleicher und Vertreter der Gruppe möchten sich nun am Freitag, 9. Februar, treffen und über das Thema unterhalten.