Ortschaftsrat: Tannheimer sehen sich benachteiligt / Experte Grosse: Schulzeiten sind das Problem
Von Willi Zimmermann
Vor einem Jahr bekam Tannheim eine getaktete stündliche Busanbindung und damit eine wesentliche Verbesserung zum bisherigen ÖPNV-Angebot. Ein Angebot, das auch sehr gut angenommen wird.
VS-Tannheim. Ein Grund zur Unzufriedenheit bietet jedoch der Schülerverkehr zwischen Tannheim und der Doppelstadt. Hierzu hat sich eine Elterninitiative gebildet, um Verbesserungen zu erreichen. Denn ihrer Meinung nach hat sich die Verbindung des Schülerverkehrs mit Einführung des Stundentaktes verschlechtert beziehungsweise man sieht sich gegenüber Stadtbezirken wie Pfaffenweiler und Rietheim benachteiligt. Es sind die Zeiten zwischen Busankunft in Villingen vor Schulbeginn, die zu kurz ist, und nach dem Unterrichtsende, insbesondere nach der sechsten Stunde, wo es lange Wartezeiten gibt.
Auf Einladung des Ortschaftsrats erläuterten Nahverkehrsberater Ulrich Grosse und Alexander Schmid von der Stadtverwaltung die Situation um die Entstehung des Fahrplansystems, wie es sich heute zeigt.
Bei der Planungsgestaltung war Verlässlichkeit zu festen Zeiten das große Anliegen der Stadt VS, denn bislang waren die Verbindungen ins Umland einzig und allein auf den Schulverkehr abgestimmt. Außerdem musste die Struktur vom Stadtverkehr und den Außenbezirken, für die das Landratsamt zuständig war, zusammen gezogen werden.
Seit 1998 werde versucht, diese Anbindungen zu optimieren, dabei war Tannheim "die letzte Ecke, die angegangen wurde". In VS und Umgebung gebe es eine sehr unterschiedliche Schullandschaft, die bedient werden müsse und man könne nicht immer darauf reagieren. Jede Schule legt die Schulzeiten immer mehr fest, so wie sie es will. Das sei das Hauptproblem, so Ulrich Grosse. Die Logistik sei im Augenblick ausgequetscht. Der Busverkehr sei kein Taxiverkehr, sondern ein Kompromiss. Das System wieder vor allem auf den Schülerverkehr zu fokussieren, bedeute im Grunde genommen, den Stundetakt aufzugeben.
Drei Busse sind auf der Strecke in Richtung Tannheim, Pfaffenweiler, Herzogenweiler und Rietheim unterwegs. Zu bestimmten Zeiten könne für die rund 60 bis 70 Schüler aus Tannheim nicht immer der kleine Bus eingesetzt werden. Mit einem größeren Bus könne Herzogenweiler nicht eingebunden werden, weil die Verbindungsstraße zwischen Tannheim und Herzogenweiler das nicht mehr zulässt.
Ein vierter Bus würde benötigt, was aber mit finanziellem Aufwand verbunden ist und die Auslastung außerhalb des Schülerverkehrs ungewiss ist. Wenn sich "ein Türle auftut", so Grosse, werden Verbesserungen vorgenommen, denn kein Plan sei für die Ewigkeit.
Auch für ihn sind die Verbindungen am Nachmittag direkt nach dem schulischen Kernzeitbetrieb so wie es sich aus der Tannheimer Situation ergibt, nicht vertretbar. "Das Anliegen ist angekommen", man werde es angehen.