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Villingen-Schwenningen Eltern fordern mehr Blitzer statt höherer Kita-Gebühren

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Der Enforcement Trailer soll auch ordentlich Geld in die Stadtkasse von VS spülen. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Wie sollen die Einnahmen steigen, um mit den ebenso steigenden Ausgaben Schritt zu halten? Ähnlich formuliert, reichte Oberbürgermeister Jürgen Roth die Frage an gegen höhere Kita-Gebühren demonstrierende Eltern weiter. Diese schielten nun auf Temposünder.

Mit 7000 Rasern in kürzester Zeit hat der Super-Blitzer auf Anhieb sein Ticket für ein dauerhaftes Dasein in Villingen-Schwenningen gelöst. Der Enforcement Trailer, wie der rentable und irgendwie futuristisch anmutende Kasten am Straßenrand heißt, soll nicht nur helfen, Raser auszubremsen, sondern auch ordentlich Geld in die Stadtkasse spülen. Und das hat sich offenbar auch bei Eltern herumgesprochen.

Eltern ärgern sich

"Warum sollen wir mehr zahlen?", die Frage hallte am Mittwoch bei der Demonstration vieler Eltern gegen eine angekündigte Kitagebühren-Erhöhung gleich zigfach über den Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Villingen. "Bestrafen Sie doch Leute, die Müll wegwerfen oder Kippen! Oder Raser!" Der Vater sprach in der lebhaften Diskussion mit dem Stadtoberhaupt aus, was viele dachten. Und dann kam sie, die Forderung, "lieber noch so einen Super-Blitzer" anzuschaffen, oder zwei oder drei. Sollen doch Temposünder mögliche Haushaltslöcher stopfen. Und überhaupt sei das Ordnungsamt Villingen-Schwenningen Umweltfrevlern, auch Müllsündern gegenüber viel zu milde gestimmt.

Doch trifft das zu? Und woran liegt’s? Der Gemeinderat hatte schon im vergangenen Jahr über höhere Knöllchen für Müllsünder, Strafen für Kippen-Schnipper und Kaugummi-Spucker debattiert. Die Truppe von Ordnungsamtsleiter Ralf Glück solle verstärkt ausrücken und für Ordnung sorgen, so die Forderung.

Doch das, war zu hören, sei gar nicht so einfach getan wie gesagt. "Der KOD muss bei so etwas beispielsweise immer zu zweit sein, das kostet Personal!", erklärte Jürgen Roth und erntete zumindest den einen oder anderen verdutzten, gar ungläubigen Blick von seinem Gegenüber.

Wenig später kam im Obergeschoss des Gerätehauses, im Matthäus-Hummel-Saal, im Zuge der Personaldebatte ein ähnliches Thema auf. Hier wunderte sich der Ordnungsamtsleiter, warum ausgerechnet seine Personalstellen heiß diskutiert wurden – schließlich habe der Gemeinderat viele Aufgaben eingefordert, für die nun eben das Personal gesucht werden müsse – beispielsweise für die vehement geforderten, zahlreicheren Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), um Müll- oder Temposünder zu verwarnen oder für Sicherheit zu sorgen. Und die KOD-Stellen finanzierten sich auf bis zu 90 Prozent gegen durch die Einnahmen, die erzielt werden – nicht eingerechnet seien hier die geplanten zusätzlichen Tempo-Messungen mit zusätzlichem Super-Blitzer.

Doch so überrascht sich Ralf Glück über die Debatte auch gab, er hatte offenbar damit gerechnet. Zur Verteidigung nämlich zauberte er verblüffende Zahlen aus dem Hut, mit welchen er belegen wollte, wie schwach der VS-KOD auf der Brust tatsächlich ist. VS, so Glücks Fazit, sei eigentlich unterbesetzt mit seinen heute zwölf, und den gewünschten 18 Gemeindevollzugsbediensteten: Tübingen, Esslingen und Ludwigsburg hätten 24 solcher Bediensteter, Konstanz immerhin 19.

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