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Villingen-Schwenningen Elf wollen ihn beerben

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Foto: Weinacker Foto: Schwarzwälder Bote

Elf Bewerber wollen Daniel Daniel Leguy-Madžar als Jugendhausleiter in Villingen-Schwenningen beerben. Mit einer Auswahlentscheidung ist Mitte Oktober zu rechnen. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt soll die Stelle besetzt werden.

Villingen-Schwenningen. Es waren nur drei Jahre und trotzdem endete mit dem Abschied von Daniel Leguy-Madžar Ende September in der Jugendarbeit der Doppelstadt eine Ära. So unterschiedlich wie die Menschen dort, kann auch das Wirken eines Jugendhausleiters sein. Einen 08/15 Plan gibt es nicht. Das wird im Gespräch mit Daniel Leguy-Madžar und dem Team des K3 in der Villinger Kalkofenstraße 3 schnell klar.

Es ist Mittagszeit an diesem Freitag im K3. Trotzdem flüchtet keiner in die Mittagspause. Stattdessen sitzt man in lockerer Runde im sonnigen Innenhof und zieht zufrieden Bilanz – wohl wissend, dass das kleine Team des Jugendhauses jetzt erst einmal eine Durststrecke überwinden muss. Der Nachfolger von "Dan", wie der Jugendhausleiter hier genannt wird, ist noch nicht gefunden – "die anderen müssen gerade 100 Prozent, die wegfallen, ersetzen", sagt Daniel Leguy-Madžar, der mit einem Studium in Musik-Design beruflich neu durchstarten möchte. Zweifel, dass sein Team mit den beiden Sozialpädagogen Stefan Hoffmann und Eva Lehmann die Übergangszeit schafft, hegt er nicht, zumal auch der Schulterschluss mit der Sachgebietsleiterin für städtische Jugendeinrichtungen, Nadine Schumacher, fast nahtlos sei. Während bei ihr die Fäden in der offenen Jugendarbeit von VS zusammenlaufen, sie die Bürokratie abfedere und unterstütze, wo es möglich sei, leisten Hoffmann und Lehmann das, was man pädagogisch sinnvolle Arbeit nennt: Sie sind da für die Jugendlichen. Ganz egal, ob gerade junge Punks, Öko-Freaks oder Raver vor ihnen stehen. Diese Unternehmensphilosophie ist es, die für Leguy-Madžar neben einer funktionierenden Organisationsstruktur das A und O war: Jeder muss willkommen sein.

Diese Rechnung ging in seiner dreijährigen Amtszeit auf. Die Frequenz steigerte sich, "manchmal waren 45 bis 50 Leute hier". Und auch neue Angebote etablierten sich: der Büffelclub als freie Lernzeit und Nachhilfe. Oder eines seiner Lieblingsprojekte: die Open Stage. "Leute zwischen 14 und 55 Jahren standen auf der Bühne­ – solche Aktionen bringen Leute zu uns ins Haus, die sonst nicht gekommen wären", freut er sich. Das Jugendhaus-Café hat außerdem ein neues Gesicht bekommen – und zwar eines, das ihm die Jugendlichen und Ehrenamtlichen im Grunde genommen selbst verpasst haben. Es ist wichtig, dass sich alle mit ihren Aufgaben identifizieren, weiß der 37-Jährige, nur dann nehmen sie sie als "ihr Baby" an. Und auch diese Selbstermächtigung der Jugendlichen sieht Leguy-Madžar als eine wichtige Säule der Jugendhausarbeit. "Das ist es doch, worum es geht – die Jugendlichen sich entwickeln lassen!" Er weiß: Mit seinem Nachfolger fängt all das von vorne an. Denn auch er wird seine individuellen Wege gehen, auf welche er möglichst viele Jugendliche mitnimmt. "Ohne Beziehungsarbeit funktioniert es nie", sagt er und malt zum Abschluss ein besonders schönes Bild seiner gelungenen Arbeit im K3: Er erzählt von einem Jugendlichen, "ein richtiger Gangster", der viel Mist gebaut hatte und die ihm aufgebrummten Sozialstunden im K3 ableisten musste. Am Ende war er hier so glücklich, dass er dort weiterhin mitarbeiten wollte.

Wie es im K3 weitergeht? Unvermindert motiviert, das macht das Team deutlich. "Dan hat das Haus schon sehr geprägt, da fehlt nun eine Persönlichkeit", findet Nadine Schumacher, doch sie ist sicher: Auch der nächste Jugendhausleiter wird "Säulen setzen", und ein paar neue Ideen hat das Team schon: In den nächsten Sommerferien solle nicht wieder sechs Wochen lang geschlossen sein.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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