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Villingen-Schwenningen Elektrisierend: Fitnesstraining aus der Steckdose

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Unter Strom: Kleine Impulse ermöglichen ein intensives Ganzkörpertraining. Foto: Kraus Foto: Schwarzwälder Bote

Fit, gesund und stark sein – wer will das nicht? Wie oft sind aber die Hürden auf dem Weg zur schlanken Figur und kräftigen Muskeln für uns zu groß. Dreimal in der Woche ins Fitnessstudio und sich eine Stunde lang auspowern? Nein, danke. Der eine hat keine Zeit, der andere keine Lust. Dabei gibt es auch Methoden, die versprechen, dich mit nur 20 Minuten Training pro Woche fit zu halten! Moment mal, 20 Minuten pro Woche? Wie funktioniert das überhaupt?

Ich glaube nicht an Wunder, genauso wenig an fettverbrennende Tabletten und daran, dass man ohne harte Arbeit eine Traumfigur erreichen kann. Skeptisch bin ich anfangs auch beim Elektromuskelstimulations-Training (EMS), mit dem man anscheinend durch Stromimpulse fit werden kann. Effizientes Training, maximaler Erfolg, so steht es in der Werbung. Ich muss es testen - ein Selbstversuch.

Lediglich Turnschuhe und ein bisschen Motivation muss ich mitbringen, teilt mir Kevin Apelt, Inhaber der EMS-Lounge in der Schwenninger Straße, im Vorfeld unseres Treffens mit. Spezielle Kleidung stellt mir das Studio zur Verfügung – das gilt übrigens für alle Kunden, die in die EMS-Lounge zum Schnuppern kommen.

Persönliche Ziele stehen im Vordergrund

Ist es eine Art Training für Faule? Als ich die Frage stelle, lächelt Apelt nur und erklärt: "Es ist ein Training für alle, die keine Zeit oder keine Lust haben, zwei, drei Mal pro Woche ins Studio zu gehen, und trotzdem intensiv und effektiv trainieren möchten." Er macht deutlich: "Hier werden keine Bodybuilder geformt." Aber mit 20 Minuten Ganzkörpertraining könne man zwei bis zweieinhalb Stunden Sport-Workout kompensieren, sagt Apelt. Und: "Es gibt inzwischen viele Studien, die das belegen."

20 Minuten dauert also eine EMS-Trainingseinheit. Nur 20 Minuten, denke ich mir, das halte ich doch locker durch. Ich bin ja schließlich kein Coach-Potato und mache gern Sport in meiner Freizeit. Bringt mich das Unter-Strom-Training trotzdem zum Schwitzen? Ich bin gespannt.

Apelt muss mich erstmal ein bisschen bremsen: Bevor wir starten, muss ich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. "Es gibt mehrere Ausschlusskriterien. Schwangere, Epilepsiekranke oder Träger von Herzschrittmachern dürfen zum Beispiel kein EMS-Training machen", erklärt er. Eine Altersgrenze gebe es dagegen nicht: "Unser ältestes Mitglied ist 80 und topfit."

Für den Fragebogen muss ich auch Fragen zu meiner sportlichen Laufbahn und meinen Zielen beantworten. Denn diese individuelle Zielsetzung ist bei der EMS-Methode wie bei jeder anderen sportlichen Betätigung enorm wichtig. "So kann der Trainer gezielt Akzente setzen. Bei den meisten Frauen stehen klassisch die Bereiche Bauch, Beine, Po im Vordergrund. Die Männer konzentrieren sich mehr auf den Muskelaufbau und trainieren aktiv Schultern, Rücken und Arme", weiß Apelt.

Nun kann es endlich losgehen mit meinem Training. Ich bekomme einen speziellen Unterwäsche-Anzug. "Frisch gewaschen und desinfiziert", sagen Apelt und seine Assistentin Jule Kraus wie aus einem Mund. Ich schlüpfe in den hautengen schwarzen Anzug. Damit ist die Sache aber noch nicht erledigt: Jetzt bekomme ich eine Weste mit Elektroden angelegt und Gurte an meine Beine und Arme geschnallt. Und die sind feucht – sonst funktioniert es nicht optimal mit den Stromimpulsen. Es fühlt sich komisch an. "Das ist völlig normal, man muss sich erst daran gewöhnen", beruhigt mich Apelt, der mich heute durchs Training führt.

In voller Montur gehe ich nun an das Hightech-Gerät, das mich schnell fit und schlank machen soll. Mein Trainer schließt mich mit einem Kabel an das Gerät an, gleich werde ich unter Strom gesetzt. Apelt spricht von einem Kribbeln, das spüre ich tatsächlich. Auch dieses Gefühl ist anfangs ziemlich unangenehm. Im Vier-Sekunden-Takt kommen die Impulse, dazwischen ist immer Pause. Beine, Po, Rücken, Bauch, Brust und Arme – das Kribbeln weitet sich Schritt für Schritt in meinem Körper aus. "Wir können einzelne Muskelgruppen ansteuern und die Intensität individuell regeln", erklärt Apelt.

Das EMS-Training heißt aber nicht umsonst Training. Ich darf nämlich nicht nur da stehen und warten, bis die elektrischen Impulse die ganze Arbeit für mich machen. Nein, ich muss auch selbst aktiv werden. Also mache ich im Vier-Sekunden-Rhythmus einfache Kraftübungen. Wobei: Unter Strom fühlen sie sich gar nicht so einfach an. Um das Maximale aus jeder Übung rauszuholen, muss ich auf die Körperspannung achten. Konzentration ist wichtig, aber auch die richtige Haltung und der Atem. Ganz schön anstrengend. "Jedes Training wird deshalb unter Aufsicht durchgeführt. Der Trainer achtet darauf, dass die Ausführung der Übung korrekt ist, motiviert und gibt Tipps", sagt Apelt. Und der Trainer ist derjenige, der die Stromstärke regulieren kann.

Bei der dritten Übung merke ich, dass meine Beine verräterisch zu zittern beginnen. Ich lasse mich nicht entmutigen. "Noch zweimal, dann sind wir mit dieser Übung durch", spornt mich Apelt an. Wenn die Arme an der Reihe sind, merkt er: "Da geht mehr." Und schon dreht mein Trainer den Intensitätsregler hoch. Wow! Das spüre ich bei der nächsten Vier-Sekunden-Sequenz sofort.

Als mein Workout nach 20 Minuten zu Ende ist, bin ich ziemlich fertig. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist diese EMS-Geschichte auf jeden Fall, aber das Training hat mir richtig Spaß gemacht. Das Schöne: Es gibt verschiedene Programme, und jeder Trainer bringt eine persönliche Note rein. "Man kann die Grundübungen ausbauen und variieren, mit Bändern, Bällen oder Hanteln arbeiten. Es ist wichtig, immer wieder neue Reize zu setzen", weiß Apelt. Auch ein spezielles Stoffwechsel- und sogar ein Entspannungs-Programm bietet das Studio an. Das kann ich mir nach meinem intensiven Training beim besten Willen nicht vorstellen. Vor allem auch, weil ich meine Bauchmuskeln gefühlt den ganzen Tag lang nicht richtig entspannen kann.

"Warte nur, der Muskelkater danach ist abartig", warnt mich ein Kollege, der regelmäßig zum EMS-Training geht. Am nächsten Tag spüre ich die Wirkung tatsächlich noch etwas deutlicher. Der Muskelkater hält sich aber zum Glück in Grenzen. Na dann, beim nächsten Training darf es wohl etwas mehr Strom für mich sein.

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