25 Kinder aus der Grundschule Obereschach gehen im Rahmen eines Teampraktikums von angehenden Erzieherinnen der Zinzendorfschule Königsfeld auf eine Weltreise. Foto: Disch Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Angehende Erzieherinnen bieten Freizeitbeschäftigung an der Grundschule Obereschach

Die vier angehenden Erzieherinnen Sofia Grimm, Victoria Klingele, Leonie Murawski und Bianca Porsch machen im Rahmen der Ausbildung an den Zinzendorfschulen in Königsfeld ein 13-wöchiges Teampraktikum an der Grundschule in Obereschach.

VS-Obereschach. Schon seit Jahren ist es üblich, dass Auszubildende der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen in Königsfeld an die Grundschule in Obereschach kommen, um bei einem Teampraktikum Grundschülern ein freiwilliges Freizeitangebot zu unterbreiten.

Das Team von den Zinzendorfschulen steht in enger Kooperation mit Rektor Martin Disch. Die 25 Kinder aus den vier Grundschulklassen nahmen das Angebot gerne an. Es läuft bereits seit den Herbstferien und dauert noch bis Mitte Februar. Die Jungen und Mädchen kommen wöchentlich für eineinhalb Stunden zur Schule, um ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Die vier angehenden Erzieherinnen im dritten Ausbildungsjahr schaffen es locker, die Kinder mit einem abwechslungsreichen Programm bei Laune zu halten. Sie haben als Motto das Thema "Einmal um die Welt – Komm mit uns auf Abenteuerreise" ausgewählt. Mit Spielen, Kochen, Basteln, Singen, Bewegung und Rätseln nehmen sie die begeisterte Kinderschar mit auf ihre Reise quer durch Europa, Australien, Amerika, Asien und Südamerika.

Dabei taten die Kinder auch viel für die Bildung, denn mit Globus und Weltkarte können die Schüler herausfinden, in welchem Land sie sich gerade aufhalten. In den 13 Wochen kommen die Schüler durch unterschiedliche Staaten und lernen deren Kulturen kennen. Doch für diese lange Reise benötigt man zuerst einen Reisepass. Den bastelten die Kinder beim ersten Treffen. Jedes Mal gibt es einen Stempel. Die fleißigsten Besucher des Projekts haben am Schluss alle Felder ausgefüllt.

Zuerst lernten die Kinder ein Lied von einer Maus, die ihren Koffer für die Reise mit allerlei Dingen packt. Das Lied ist jede Woche ein Ritual. Die Reise führte unter anderem nach Brasilien, Kanada, Italien, Frankreich, Großbritannien und zuletzt bis zum Nordpol. "Papa, ich weiß jetzt dass es in Brasilien viel Urwald gibt", berichtete eine Teilnehmerin stolz, die zuvor noch nie etwas von diesem Land gehört hatte. Dass die Währung in Brasilien "Real" heißt, wussten selbst die Eltern nicht.

Kinder sind begeistert

Bei der Reise nach Italien gab es Pizza für alle, was freilich bestens ankam. Die Kinder lernen viel über das Land, über die Kulturen, Sprache, Essen, Lebensgewohnheiten, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr. Ziel ist es, dass sie alle fünf Kontinente besuchen. Sofia Grimm erwähnt, dass die Kinder bei der Entscheidung, welche Länder besucht werden, miteinbezogen werden. Insgesamt wollen die jungen Damen vielfältige Angebote anbieten: Spiele, Bewegung, hauswirtschaftliche Angebote, Unternehmungen in der Natur, kreative Aufgaben verknüpft mit einer interessanten und handlungsorientierten Wissensvermittlung sollen dazu führen, die Welt und auch die Gefahren und kritischen Entwicklungen kennenzulernen und zu hinterfragen.

Doch nicht nur die Kinder haben etwas gelernt. Für die vier angehenden Erzieherinnen ist das Teampraktikum ebenfalls eine lehrreiche Erfahrung. Mit dem Angebot für die Grundschulkinder sollen die 19- bis 21-Jährigen praktische Erfahrungen sammeln. Begleitet wurden sie von ihrer Klassenlehrerin, die zwei beratende Besuche abstattete. Zudem kommt sie einmal vorbei, um die jungen Damen zu benoten. Nicht immer leicht, bei rund 25 Kindern von den Erstklässlern bis zur vierten Klasse. Aber meistens, so Bianca Porsch, klappe das ganz prima. Einmal in der Praxis umsetzen, was man theoretisch lernt – das mache besonders viel Spaß. "Verblüffend ist, dass die Kinder in ihrem Forscherdrang auf Ideen kommen, auf die man als Erwachsener gar nicht mehr käme." Mit der Arbeit in der Schule alleine ist es nicht getan. Vorbereitung und Nachbearbeitung werden sehr ernst genommen.

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