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Villingen-Schwenningen Eine Meisterin der Koloraturen

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Leidenschaft wird beim Programm "Cleopatra" geboten. Engagiert sind das La Folia Barockorchester mit seinem Leiter Robin Peter Müller und Sopranistin Regula Mühlemann dabei. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Villingen. Barockmusik mit Geist, Herz und Lebendigkeit vermittelten die Sopranistin Regula Mühlemann und das La Folia Barockorchester unter dem Titel "Cleopatra" im Franziskaner.

Die Epoche zwischen Monteverdi und Bach verwandte neue Ausdrucksformen gegenüber der Renaissance. Die Oper bekam Bedeutung. Dem Wortursprung des Barocks entsprach Geminianis "Folia", ein Variationswerk, das die Mariage von Dur und Moll, von schnell und langsam zusammen mit dynamisch-mitreißendem Charakter einging. Dem Barockorchester gelang eine kongeniale Interpretation, die bejubelt wurde. Percussionseffekte und teils furiose Passagen begeisterten.

Den ganzen Abend war Konzertmeister Robin Peter Müller der Motor und hatte in seinen Mitstreitern ebenbürtige virtuose Instrumentalisten. Adäquat einfühlsam agierte das Basso continuo (Cembalo, Chitarrone, Harfe, Cello, Kontrabass, Barockgitarre). Geachtet wurde auf saubere Stimmung der empfindlichen Instrumente.

Zum Genuss wurden Vivaldis Mogul-Concerto oder die Hasse-Sinfonia. Kleopatra, liiert mit Cäsar und Marc Antonius, beflügelte die Kunst und besonders die Musik. Kostproben aus dem reichen Schatz von Legrenzi bis Händel boten das Orchester und Regula Mühlemann. Die Sängerin schien selbstbewusst und bediente die ihr vorauseilenden Attribute, wie leidenschaftlich, sympathisch, mit beseelter Stimme und blendender Technik. Publikumsangst? Fehlanzeige. Sie genoss das Bad in der Menge beim effektvollen Auftritt mit Johann Adolf Hasses "Quel candido armellino". Die Leichtigkeit der Stimme, die kunstvollen Haltetöne (lieto / spaventerà) und die steigende Spannung mussten bewundert werden. Sie erwies sich als Meisterin der Koloraturen.

Der Programmaufbau glich einer kompletten Oper, die mit Carl Heinrich Grauns Sinfonia aus "Cleopatra e Cesare" eröffnet wurde, gefolgt nach knapper Pause durch die ausdrucksstarke Arie "Tra le proello assorto".

Regula Mühlemann ließ die Töne in den Raum gleiten (Legrenzis "Se tu sarai felice"), vermittelte Anmut und Liebeswehmut (Scarlatti), steigerte die Hochspannung (Vivaldi) und machte Schmerz spürbar (Händels "Che sento" und "Se pietà").

Der Clou gelang allen Akteuren mit der Zugabe, als die Harfenistin Katerina Ghannudi das "Quando voglio" von Antonio Sartorio anstimmte, um sich mit Regula Mühlemann in mediterranem Feuer zum Gesangs-Duo zu vereinen. Der Applaus sprach für sich.

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