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Villingen-Schwenningen Einbrüche: Polizei wünscht sich mehr Eigenverantwortung

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Auch das Installieren einer Alarmanlage trägt zur Sicherheit bei. Foto: Brian Jackson – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - In den Ferien lädt die Abwesenheit der Hausherren zu Einbrüchen ein. Das Polizeipräsidium Tuttlingen registriert aber auch immer mehr Tageseinbrüche, wenn alle bei der Arbeit, der Schule oder beim Einkaufen sind. Doch wie kann man sich davor schützen?

Zahlreiche Einbrüche hatte die Polizei rund um die Doppelstadt in den vergangenen Wochen zu verzeichnen.

"Mich wird das schon nicht betreffen", denken sich trotzdem die meisten, sagt Bernhard Weißhaar, Polizeioberkommissar von der polizeilichen Beratungsstelle in Villingen. Doch dieser Gedanke verzerre die Realität enorm. Allein im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium Tuttlingen 56 Fälle von sogenanntem Wohnungseinbruchdiebstahl im Raum Villingen-Schwenningen.

Folgen sind nicht nur materiell

Bernhard Weißhaar sieht ein ernstes Problem in dem lockeren Umgang mit Einbrüchen. Die Folgen eines Einbruchs sei nicht nur der materielle Verlust. Es seien teilweise auch schwere psychische Folgen wie Essstörungen, Traumata, Verfolgungswahn oder Verunsicherung. Manch einer lässt laut Weißhaar seinen Neubau renovieren, andere ziehen aus, um die Gedanken und Gefühle zu verdrängen.

Der Polizeioberkommissar wünscht sich, dass die Hausherren endlich Eigenverantwortung übernehmen und sich selbst um ihre Sicherheit kümmern, natürlich mit Unterstützung der Polizei.

Hier im Umkreis gibt es zwei Präventioner zum Einbruchschutz, einer von ihnen ist Bernhard Weißhaar. Er bietet kostenlose Beratungen für Privatpersonen an. Und prüft individuell, welche Sicherungsmaßnahmen für das Heim des Hausherren empfehlenswert sind.

Sich selbst schützen

Um sich selbst zu schützen, versuchen viele, sich in die Lage des Einbrechers zu versetzen und malen sich aus, wie er einen Einbruch begehen würde, weiß der Oberkommissar. Aus diesen Befürchtungen versuchen sie, ihr Haus abzusichern. Dass die Fälle aus "Polizeiruf 110" gar nicht mit der Realität übereinstimmen, sind den meisten in diesen Momenten nicht bewusst.

Hier empfiehlt der Experte einen mechanischen Schutz an allen Eingängen zum Haus, das heißt an allen Türen, Fenstern, Kellertüren und -fenstern und den Verbindungen zwischen Haus und Garage. "Bei Ihren Sicherungsplanungen sollten mechanische Sicherungen an oberster Stelle stehen", heißt es in einem Informationsheft der Polizei.

Für diesen Schutz gibt es zwei grundlegende Optionen. Den Neubauten kann direkt ein mechanischer Schutz eingebaut werden. Ältere Häuser, können mithilfe von Aufrüstungen auf die aktuellen Standards gebracht werden. Weißhaar erklärt: "Ich kann aber einen VW Käfer nicht zu einem Jaguar umrüsten".

Zu beiden Möglichkeiten lasse sich aber sagen: Ohne mechanischen Schutz sei ein Einbruch in Minutenschnelle vollbracht. Es sei in ländlichen Regionen noch nicht üblich, sein Haus mechanisch zu schützen, bedenkt Weißhaar. Dafür nennt er mehrere Gründe. In der Nachkriegszeit sei kaum einer vermögend genug gewesen, um sich ein einbruchsicheres Haus bauen zu können. Mit der Zeit habe sich aber die Qualität der Häuser verbessert: modernere Designs, klimafreundlichere Energetik und Brandschutz.

Für die meisten Aspekte gibt es heute Vorgaben, an die sich alle Beteiligten eines Neubaus halten müssen. Nur die Einbruchshemmung sei immer noch keine Pflicht.

Die Polizei musste in dem Sinne Initiative ergreifen, um trotzdem Sicherheit für die Bürger zu gewähren.

Ein Aufruf von Bernhard Weißhaar an alle Beteiligten von Bauten ist, dass sie sich über Einbruchsschutz informieren sollen. Für Handwerker bestehe die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich dann auf eine registrierte Liste setzen zu lassen. Die Polizei kann diese Handwerker dann als Spezialisten weiterempfehlen.

Zum Schutz von Wertsachen und Bargeld empfiehlt er, das Geld entweder auf der Bank einzuzahlen oder es gemeinsam mit den Wertgegenständen in einen Tresor zu schließen. Bei dem Tresor solle man aber darauf achten, dass er fest verankert ist. Anstelle des Tresors könne auch ein Bankschließfach treten.

Der Experte betont, dass der Einbruchschutz wichtig sei und einen vor schlimmen Folgen bewahre. Der Schutz beschränke sich auf eine einmalige Investition. "Für wenig Geld ist das Haus dann lange Zeit sicher", sagt Weißhaar.

Er gibt aber abseits des mechanischen Schutzes noch weitere Tipps, um Einbrecher abzuschrecken, wenn man das Haus für längere Zeit verlässt. Der Sinn aller Tipps sei es, das Zielobjekt für den Einbrecher unattraktiv zu machen. Anstatt sich hinter meterhohen Hecken zurückziehen, sollte das Grundstück frei für die Nachbarn sichtbar sein. Ein TV-Simulator oder ein eingeschaltetes Radio täuschen vor, dass im Haus was los ist. Die Nachbarn können auch ab und zu das Licht in einigen Räumen einschalten, an verschiedenen Fenstern die Rollläden herunterlassen oder einfach nur regelmäßig den Briefkasten leeren.

Das abschließende Statement des Polizeioberkommissars ist, dass Einbrüche zwar keine alltäglichen, aber ernst zu nehmende und schwerwiegende Gefahren sind, die tief greifende Konsequenzen mit sich ziehen können.

Weitere Informationen:

Unter www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de gibt es weitere Informationen zum Einbruchschutz. Informationen über Errichterfirmen mit polizeilicher Weiterbildung, gibt es unter www.praevention.polizei-bw.de/praevention/sicherungstechnik/. Dort gibt es auch einen Link zur Errichterliste Baden-Württemberg.

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