Partnerstadt: Zittau zum zweiten Mal am Stand der Stadt / Ausstellung "Ganz anders" im Mittelpunkt
Seit 1990 besteht die Partnerschaft zwischen Zittau und Villingen-Schwenningen. Zum zweiten Mal präsentiert sich die Stadt in der Oberlausitz nun auf der Südwest Messe am Stand der Stadt.
VS-Schwenningen. Neben der touristischen Attraktivität Zittaus und seines Umlands steht das Jubiläum zu 500 Jahre Reformation im Mittelpunkt. Zittau verfügt über einen großen Epitaphien-Schatz, der jetzt nach Jahre langer Restauration in der Ausstellung "Ganz anders" ab 30. Juli eine halbes Jahr lang zu sehen sein wird. Aufgebaut ist sie in der zu diesem Anlass restaurierten Franziskanerklosterkirche St. Peter und Paul. Bei Epitaphien handelt es sich um Grabinschriften oder ein Grabdenkmal für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder einem Pfeiler. Während in vielen Städten keine oder nur wenige dieser Gedächtnismale erhalten geblieben sind, verfügt Zittau über 80 solcher Kunstwerke.
Seit vergangenen Freitag bis Sonntag, 18. Juni, ist eine Kopie des kleinen Zittauer Fastentuchs aus dem Jahr 1573 anlässlich des Reformations-Jubiläums im Franziskaner Museum in Villingen zu sehen, berichtet Thomas Mauermann, Hauptdezernent der Stadt Zittau. Es wird auch Bestandteil der großen Ausstellung in Zittau sein.
Dass in der Stadt bis weit nach Einführung der Reformation das große mittelalterliche Fastentuch – nach Luther eigentlich unzulässig – bis ins späte 17. Jahrhundert weiter genutzt und 1573 sogar ein neues in Auftrag gegeben wurde, wird als weiterer Beleg für die vielen ungewöhnlichen Entwicklungen in der Reformationszeit gewertet. Das kleine Zittauer Fastentuch ist übrigens das einzige seiner Art in Deutschland und zeigt eine monumentale Kreuzigungsszene, umrahmt von mehr als 40 Symbolen der Passion.
Er sei zufrieden mit dem "kleinen Stand auf einer großen Messe", meinte Mauermann, der vor 27 Jahren mit dem damaligen Oberbürgermeister von Zittau, Jürgen Kloß, und dem vor kurzem verstorbenen Gerhard Gebauer die Städtepartnerschaft ins Leben gerufen hat. Bei der Trauerfeier für Gebauer am Freitag wird der jetzige Zittauer OB, Thomas Zenker, anwesend sein. Er hat beim Journalistentag am Mittwoch kräftig Werbung für das 26 000 Einwohner zählende Zittau gemacht.
Die Besucher am Messestand interessierten sich vor allem für die touristischen Sehenswürdigkeiten der sächsischen Stadt. Die Fahrradwege und der Caravanstellplatz würden besonders oft nachgefragt. Für viele sei aber die Entfernung von 740 Kilometern zu weit, um tatsächlich nach Zittau kommen zu wollen.
Die Partnerschaft mit Villingen-Schwenningen beurteilt Mauermann als lebendig. Nur im Jugendbereich könnte mehr laufen. Angesichts dessen sei es um so schöner gewesen, als die Klosterspatzen vor zwei Jahren zur Weihnachtszeit in Zittau gesungen haben. Geplant sei, über Schülertheater die Verbindung mit Jugendlichen herzustellen. Regelmäßige Austausche finden laut Mauermann zwischen Sportvereinen der beiden Städte statt.
Intensiviert werden könnten auch die Kontakte zu den Hochschulen, da in Zittau und in Villingen-Schwenningen Studiengänge wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik angeboten werden.
Ein zaghafter Anfang für eine Annäherung wurde am Messestand vollzogen. Eine Studentin, die aus Stuttgart stammt und in Zittau studiert, hat einen Tag lang Standdienst in Schwenningen geleistet.