Andreas Flöß (Beirat GHV, von links), Werner Echle (ehemaliger GHV-Vorsitzender), Ute Schulze (Leiterin Stadtarchiv) sowie Burkhard und Bianca Neuberger stellen das neu aufgelegte Schroff-Archiv vor. Foto: Eich Foto: Schwarzwälder Bote

Nachlass: Teile des Schroff-Archivs sind ab sofort im Internet verfügbar / Plattform soll ausgeweitet werden

VS-Villingen - Als begnadeter Reporter und Fotograf hat sich Herbert Schroff in Villingen einen Namen gemacht. Nun gehen Teile seines wertvollen Archivs dank des Engagements des Stadtarchivs und des Geschichts- und Heimatvereins online. Das soll aber erst der Anfang sein.

Die Internetseite kommt schnörkellos, klar und übersichtlich daher – doch der Inhalt ist ein wahrer Goldschatz, den Herbert Schroff den nachfolgenden Generationen hinterlassen hat. Denn der rasende Reporter hat das Leben in der Stadt und die Entwicklung Villingens im Verlauf des 20. Jahrhunderts dokumentiert und auf rund 10 000 Bildern festgehalten. Ein Bruchteil davon ist nun professionell aufbereitet und in das Internet gestellt worden.

Der zweite Anlauf

Bereits 2007 wurde ein Teil des umfangreichen Archivs online gestellt und ermöglichte einen Einblick in die beeindruckenden Aufnahmen vergangener Zeit. Fünf Jahre nach dem Tode Schroffs wurde die Internetseite 2016 überraschend vom Netz genommen. Insbesondere Andreas Flöß, seines Zeichens Beirat des Geschichts- und Heimatvereins (GHV), sowie der ehemalige GHV-Vorsitzende Werner Echle konnten dank ihres Engagements erwirken, dass sich das Stadtarchiv die Eigentums- sowie Nutzungsrechte für das Archiv sicherte und somit eine Veröffentlichung ermöglicht wird.

Die Umsetzung

Doch mit dem Erhalt der Nutzungsrechte für Aufnahmen aus der Zähringerstadt war es noch lange nicht getan. So beauftragte die Stadt die Villinger Werbeagentur Neuberger damit, eine Auswahl der Bilder hochauflösende einzuscannen und zu bearbeiten sowie eine passende Internetseite zu gestalten. Diese ist nun am Dienstag unter www.schroff-stadtarchiv.de online gegangen. Die Seite ist auch über den Internetauftritt des Geschichts- und Heimatvereins (www.ghv-villingen.de) zu erreichen. "Unser Konzept war es, schmal zu fahren und die Seite einfach sowie übersichtlich zu gestalten", berichtet hierzu Agenturgründer Burkhard Neuberger.

Mithilfe einer Volltextsuche können die rund 400 Bilder nach Schlagwörtern durchsucht werden, die in zwölf Kategorien hinterlegt sind. So finden die Besucher unter anderem Bilder zu den Themen Innenstadt, Handwerk und Geschäfte, Fastnacht sowie Ereignisse und Feste. Große Kacheln ermöglichen dabei einen umfassenden Blick auf die Vorschau, während zu den großformatigen Bildern weitere Beschreibungen hinterlegt sind. Und: Dort befindet sich auch die Kommentarfunktion.

Diese soll von den Benutzern für weitere Hinweise oder mögliche Berichtigungen genutzt werden. "Es ist geplant, in Zukunft dann weitere Bildinformationen nachzutragen", berichtet Ute Schulze, Leiterin des Stadtarchivs. Neuberger und seine Frau Bianca, die auf digitale Bildbearbeitung spezialisiert ist, machen dabei deutlich, mit was für einem wertvollen Nachlass sie es zu tun hatten. "Uns überkam dabei oftmals ein Sehnsuchtsgefühl", berichten sie.

Wie es weitergehen soll

Schritt für Schritt soll die Plattform in den kommenden Monaten und Jahren erweitert werden. Schulze: "Wir haben noch eine ganze Reihe Negative." Die Leiterin des Stadtarchivs macht in diesem Zusammenhang aber deutlich, dass die Recherchen zu den Bildern durchaus umfangreich seien.

Flöß preschte deshalb spontan bei der Vorstellung der Internetseite mit einer Idee vor, um die Erweiterung der Plattform voranzutreiben. Seine Idee: Privatpersonen oder Firmen soll es ermöglicht werden, die Bereitstellung weiterer Bilder zu finanzieren. Hierzu sei es notwendig, entsprechende Kosten pro Bild für die Digitalisierung sowie die Recherche und Einbindung in die Seite zu eruieren. Der GHV-Beirat könnte sich aber durchaus vorstellen, dass sich das Team des Stadtarchivs die Recherche-Arbeit von interessierten Bürgern und Historikern abnehmen lassen könnte.

"Es gibt viele, die mithelfen könnten, weitere Informationen zusammenzutragen", ist sich Flöß sicher. So könnte die Plattform schneller wachsen – und der Allgemeinheit könnte ein noch umfassenderer Einblick in die Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert vermittelt werden.

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