Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut."

Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen ­Villinger Ausdrücke. In der 18. Folge dieser Serie geht es um Bach, bache, Bachel, Backe.

Ein Bach ist ein kleines Fließgewässer, von Ache, wie man es auch im Kreuzworträtsel erraten muss. Einen Bach, beziehungsweise e Bächle mache, ist in der Kindersprache das Bedürfnis zu urinieren.

Mit bache gemeint ist, Brot oder Kuchen herzustellen. Die sollten dann aber richtig durchgebacken sein, sonst sind sie speckig, deigig, also nicht ganz fertig.

Hat jemand nur dumme Gedanken im Kopf, dann sagt man: Bisch wohl nit ganz bache? Er ist somit ein Bachel, ein einfältiger (unfertiger) Mensch.

Mit bache ist hier aber auch hauen, schlagen, gemeint. Mon, ich bach dir gli eine an d’ Backe na, womit dann auch die Backe also die Wange erklärt ist.

Backen sind aber auch am Hinterteil, dem Fidle oder als Klemmvorrichtungen zum Beispiel am Schraubstock. Etwas widersprüchlich scheint mir die hiesige Redewendung für ein Lob oder Anerkennung: Des find ich jetz mol ubache guet, also eigentlich ja nicht ganz gebacken, unfertig.

"Es isch nit guet bache mit em grüene Holz, wenn mer kei Mehl hät!"