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Villingen-Schwenningen Drogen von Mafia in Tuttlingen weiterverkauft?

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Der Angeklagte kaufte zwei Kilogramm Marihuana. (Symbolfoto) Foto: dpa

Villingen-Schwenningen/Tuttlingen - Der Prozess gegen den im Kreisgebiet aktiven Drogenhändlerring mit mutmaßlichen Kontakten zur Mafia vor dem Landgericht in Konstanz ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, doch schon jetzt zieht dieser weitere Anklagen nach sich. Vor dem Amtsgericht in Villingen musste sich am Donnerstag ein 24-Jähriger aus Tuttlingen verantworten, der zwei Kilogramm Marihuana gekauft hatte. Sein Dealer: ein aus Villingen-Schwenningen stammender 31-Jähriger, der zum Dunstkreis der mafiösen Drogenbande gehören soll.

Von Nervosität ist dem Angeklagten nichts anzumerken, als Christian Bäumler kurz nach Mittag im Villinger Gerichtssaal das Urteil spricht. Das liegt vermutlich daran, dass der 24-Jährige von seinem Verteidiger bereits darüber informiert wurde, dass man sich bei nicht-öffentlichen Rechtsgesprächen auf einen Strafrahmen einigen konnte, der offenbar für beide Seiten akzeptabel ist. Doch auch während sein Verteidiger hinter geschlossenen Türen mit dem Vorsitzenden Richter und der Staatsanwaltschaft verhandelte, wirkte der muskulöse junge Mann entspannt. Er scherzte mit seinen Kompagnons, die ihn an diesem Tag begleitet hatten.

Deal fand auf Park&Ride-Parkplatz statt

Was wird ihm vorgeworfen? Der 24-Jährige aus Tuttlingen soll vor knapp zwei Jahren rund zwei Kilogramm Marihuana gekauft haben. Der Deal fand in beiden Fällen auf dem Park&Ride-Parkplatz bei Tuningen statt – insgesamt flossen dabei wohl über 10.000 Euro an den Verkäufer. Ein gutes Geschäft, so berichtet sein Verteidiger, sei dies aber nicht gewesen. Der Stoff sei von "minderer Qualität" gewesen, für große Freude habe er bei den Konsumenten daher nicht gesorgt.

Nichtsdestotrotz: Für den Handel mit Betäubungsmitteln in "nicht geringer Menge" musste sich der gelernte Kfz-Mechatroniker nun verantworten. Dass der verbotene Verkauf des Rauschgifts ans Tageslicht kam, ist insbesondere den Beamten zu verdanken, die auch den Drogenhändlerring hochgenommen haben.

Denn dabei geriet der Dealer des nun angeklagten Tuttlingers ins Visier der Ermittler. Der aus Villingen-Schwenningen stammende Mann war einer derjenigen, die kiloweise Marihuana, die über verschiedene Quellen nach Deutschland geschmuggelt wurden, unters Volk brachten. Für sein Handeln muss sich 31-Jährige derzeit in Konstanz verantworten. Er gilt in dem Mammut-Prozess, der bereits mehrere Monate läuft, allerdings nur als Randfigur.

Auch in Rockerkreisen aktiv

In Villingen steht stattdessen der Tuttlinger im Mittelpunkt. Er habe in seinem Wohnort die Realschule besucht und anschließend die Ausbildung als Kfz-Mechatroniker absolviert. Was nicht zur Sprache kommt: Der junge Mann ist nach Informationen unserer Zeitung in Tuttlingen wohl auch in Rockerkreisen aktiv.

Wurde das Rauschgift dort verteilt? All das wird in der Öffentlichkeit nicht breitgetreten – auch zwei Polizisten werden aufgrund der positiven Rechtsgespräche nicht als Zeugen vernommen. Um das Verfahren schnellstmöglich abzuschließen verzichtet man außerdem darauf, seinen Dealer zu Wort kommen zu lassen. Quasi im Schnelldurchlauf wird das dunkle Kapitel des berufstätigen Tuttlingers abgehakt.

Aus Sicht von Richter Christian Bäumler und der Staatsanwältin sei die Sozialprognose ohnehin als "positiv" zu betrachten – in Verbindung mit dem umfassenden Geständnis kam der 24-Jährige deshalb noch mal mit einem blauen Auge davon. Er erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung und wurde zudem dazu verdonnert, 2000 Euro an die Aidshilfe zu zahlen.

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