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Villingen-Schwenningen Die Kehrseite der Stolpersteine

Von

Von Cornelia Spitz

Villingen-Schwenningen. "Niemand stolpert über die in den Boden eingelassenen Messingplatten, niemand sieht sie, wenn man nicht direkt darauf hingewiesen wird", diese Worte aus der Feder von Klaus Teschemacher, Gründungsvater und ehemaIiger langjähriger Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Emmendingen, sind auch für manchen in Villingen-Schwenningen bemerkenswert. Gefallen sind sie in einer ähnlich kontroversen Stolperstein-Diskussion, wie sie gerade in der Doppelstadt geführt wird. Allerdings kam man in Emmendingen gar nicht erst so weit wie in VS: Vor der Sitzung, in welcher der Gemeinderat über die Stolpersteine hätte entscheiden sollen, erhielten die Gemeinderäte den Brief von Klaus Teschemacher, aus dem der eingangs erwähnte Auszug stammt und in dem er sich klar gegen die Verlegung ausspricht. Daraufhin zogen die Grünen ihren Antrag zurück.

Dass mancher in den Stolpersteinen nicht nur ein ehrendes Gedenken, sondern genau das Gegenteil dessen sieht, zeigte sich Medienberichten zufolge während einer Gremiumssitzung in Emmendingen: Torsten Rottberger, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde dort, habe die Bedenken einiger Gemeindemitglieder ins Spiel gebracht. Diese stehen dem Vorschlag ablehnend gegenüber, weil damit Juden erneut "mit Füßen getreten oder mit Hundekost beschmiert" würden. In vielen Stolperstein-Städten müssten jüdische Gemeinden ihre Jugendlichen regelmäßig zu entsprechenden Reinigungsaktionen auffordern.

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