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Karl-Heinz Schwert steht an der Spitze der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe

Er ist nicht in der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen groß geworden, sondern erst im Alter von 51 Jahren dazugestoßen. Inzwischen ist Karl-Heinz Schwert Vorsitzender von 260 Mitgliedern und mit Begeisterung bei der ehrenamtlichen Arbeit.

 

VS-Villingen. "Die Kameradschaft passt einfach", sagt er. Dass merkt der 63-Jährige heute und morgen besonders, wenn auf dem Walkebuck das traditionelle Sommerfest ausgerichtet wird. Auf seine Helfer kann sich Schwert nämlich verlassen. Erst 2004 stieß der in der Zinsergasse geborene und in der Wieselsbergstraße aufgewachsene Villinger zur Miliz der Bürgerwehr und Trachtengruppe. Er fand eine funktionierende Gemeinschaft und ein Vereinsleben, das mit monatlichen Stammtischen und wenigen Auswärtsterminen im Jahr ein angenehm überschaubares Maß an Aktivitäten aufwies.

Nachdem er sich 2010 zum Schriftführer wählen ließ, wandte er zwar auf einen Schlag mehr Freizeit für den Verein auf, doch die Kameradschaft blieb. 2015 übernahm Karl-Heinz Schwert noch den Posten des zweiten Vorsitzenden und in diesem Jahr folgte er – mit dem Wissen um ein "gutes Team" im Rücken – auf den Landeskommandanten Hans-Joachim Böhm an die Vereinsspitze. An Böhms Seite ist er zudem Schriftführer im Landesverband.

Landestreffen von Baden und Südhessen als erste Herausforderung

Seine erste ganz große Aufgabe hat Schwert im nächsten Jahr vor sich: Vom 21. bis 23. Juli 2017 richtet die Villinger Bürgerwehr und Trachtengruppe das alle zwei Jahre anstehende Landestreffen von Baden und Südhessen aus, zu dem rund 900 Uniformträger erwartet werden. Geplant sei eine Festmeile vom Münsterzentrum über den Osianderplatz bis ins Riet hinein, sagt der Chef. Blickt er zurück, so ist der Umzug vom Elisabethenturm in das bisherige Vereinsheim der Narrozunft nebenan die zuletzt größte Aktion. Mehr Platz und vor allem die Möglichkeit eines Wirtebetriebs eröffneten dem Verein neue Perspektiven. Gerne erinnert sich Schwert an die letzte Fasnet, als im "Stüble" der Bürgerwehr eine Bombenstimmung herrschte und kein Platz länger als zehn Minuten leer blieb.

"Unser Ziel ist es, ein Stück alten Brauchtums zu erhalten, das in seiner beeindruckenden Farbenpracht und Originalität heute Seltenheitswert besitzt", sagt Schwert. Die Villinger Bürgerwehr wurde 1810 als "Ordnungs- und Repräsentationsgruppe" gegründet. Nach der Auflösung – "man wollte keine Bürgerwehren mehr" – wurde in Villingen die Bürgerwehrmusik 1925 und ein Jahr später die Trachtengruppe neu gegründet. 1928 folgte die Bürgermiliz, 1933 die Kavallerie, und seit 1951 gibt es die Abteilung der Infanteristen wieder.

Während die Musik in der Stadt- und Bürgerwehrmusik aufging, mit der der Verein bis heute eng verbandelt ist, wurde die Bürgerwehr- und Trachtengruppe – bis dato eine Abteilung der Historischen Narrozunft – zum Ende der 1980er-Jahre selbstständiger Verein. Der Zunftmeister ist kraft Amtes aber Vorstandsmitglied und der Bürgerwehrvorsitzende auch Ratsherr. "Brauchtum kann nur gemeinsam funktionieren", sagt Schwert.

Amerika-Liebhaber ist SERC-Fan und ist bei jedem FC-08-Heimspiel

Der Amerika-Liebhaber ist leidenschaftlicher SERC-Fan und fehlt bei keinem FC-08-Heimspiel. Außerdem ist er immer dabei, wenn die Münsterfrauen ihn brauchen – schließlich ist seine Uschi dort Vorstandsfrau. Seit 40 Jahren ist er zudem Chauffeur der Kolping-Nikoläuse, und auch bei "9 am Münster" war Schwert mit seinem Team mit von der Partie. "Uns wird es nicht langweilig, sagt der Fernmeldemonteur im Ruhestand.