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Villingen-Schwenningen Die Gretchenfrage in Sachen Glasfaser

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In Sachen Breitbandbausbau tobt ein harter Kampf um den Endkunden. Foto: Stratenschule Foto: Schwarzwälder Bote

Wer gräbt denn da die Straße in der Villinger Südstadt auf und legt ein Glasfaserkabel ins Erdreich? Der FDP-Gemeinderat Frank Bonath wollte es genau wissen. Die Antwort kam kurz, knapp und alles andere als erfreut von OB Rupert Kubon: "Das ist die Telekom, mehr sage ich dazu nicht."

Villingen-Schwenningen. Das kurze, aber knackige Intermezzo im doppelstädtischen Gemeinderat am Mittwoch gibt Einblick in den harten Kampf in Sachen Breitbandausbau und um den Endkunden, den sich die Deutsche Telekom und der Zweckverband Breitbandausbau Schwarzwald-Baar-Kreis derzeit im Oberzentrum liefern.

Dass Konkurrenz das Geschäft belebt, ist zwar hinlänglich bekannt, in der Region aber verwirrt der doppelte Ausbau die Konsumenten derzeit vor allem. Endlich hatte mit dem Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar eine Organisation Gas gegeben in Sachen Glasfaser für den ländlichen Raum. Und plötzlich steht ein zweiter Anbieter mit seiner Glasfaser auf der Matte. Und während sich Kunden zu orientieren versuchen, kämpfen in VS allen voran die Deutsche Telekom und der regionale Zweckverband um jeden Zentimeter des künftigen Glasfasernetzes und jeden Kunden.

"Wir haben manchmal das Gefühl, dass die großen Telekommunikationsunternehmen ihre eigenen Aktivitäten dort erhöhen, wo der Ausbau des Zweckverbandes kurz bevor steht", bringt es Katrin Merklinger, die die PR-Arbeit für den Zweckverband macht, auf den Punkt.

Eine Strategie, die bundesweit bei Kommunen für Entsetzen sorgt und den Glasfaserausbau in manchen Regionen sogar um Jahre zurückwirft, denn konkret geht es für Kommunen auch um eines: Fördergelder. An der Frage der Fördergeldbewilligung hängt letztlich für viele Gemeinden die Entscheidung: "Ohne Fördergelder ist ein Breitbandausbau allerdings erheblich teurer, denn die Kommune müsste dann alle Kosten selbst aufbringen", erklärt Merklinger im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Anhand der vorhandenen Infrastruktur nämlich entscheidet das Ministerium, ob aus seiner Sicht in dem betreffenden Gebiet eine Unterversorgung gegeben ist und demnach Fördergeld bewilligt oder verweigert wird.

Immer wieder kursieren Berichte, wonach die Telekom genau in den Gebieten plötzlich ausbaut, wo Neueinreichungen für Fördergeld vorliegen. In über 100 Fällen im ganzen Bundesgebiet soll so der Ausbau lokaler oder regionaler Glasfasernetze verzögert worden sein.

Noch unabhängig davon baut der Zweckverband im Oberzentrum weiter aus. Aktuell wird der Lückenschluss im Zentralbereich von der Firma IMS Gear zum "Schilterhäusle" hergestellt. Zwei weitere Ausbaugebiete sind in der Planungsphase. Für die Projekte "Villingen-Süd" und "Anbindung der Südwest Messe" werden derzeit die Förderanträge für das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg erstellt. Diese sollen in den kommenden Wochen eingereicht werden, das Ministerium entscheidet dann, ob hier eine Unterversorgung vorherrscht. Angesichts der Bestrebungen der Telekom in der Villinger Südstadt darf man gespannt sein, ob das Ministerium die Frage nach der Unterversorgung mit Ja beantwortet oder nicht. "Sollte das Innenministerium zu dem Schluss kommen, dass keine Unterversorgung besteht, muss die Stadt Villingen-Schwenningen entscheiden, wie es weitergehen soll", macht Merklinger klar.

Villingen-Süd in Planung

Dabei ist das Ausbauprojekt Villingen Süd bereits seit dem Frühjahr 2018 in ­Planung. Der Anschluss von Villingen Süd ist durch den Ausbau in Marbach sinnvoll. Und immerhin dort ist man vor Störfeuern offenbar gefeit: "Hier liegt der Förderantrag schon dem Innenministerium vor", lässt Katrin Merklinger ­wissen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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