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Villingen-Schwenningen Die Botschaft ist klar

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Pfarrer Klaus Gölz von der evangelischen Kirchengemeinde. Fotos: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Die Botschaft(en) von Weihnachten: Fest der Liebe, Fest der Familie, Fest der Geschenke? Die Schwenninger Pfarrer verraten, was ihnen in ihrer diesjährigen Weihnachtspredigten wichtig ist.

VS-Schwenningen. "Driving home for Christmas" heißt ein beliebter Weihnachtssong von Chris Rea, den Klaus Gölz, Pfarrer der evangelischen Stadtkirche, als Basis für seine Predigten an Heiligabend sowohl in der Christvesper am späten Nachmittag als auch in der Christnacht um 22 Uhr nimmt. Viele Menschen machten sich auf den Weg, um Weihnachten als Familienfest, als etwas Beschauliches mit der Sehnsucht nach einer – heilen – Familie zu feiern. Doch in seiner Predigt möchte der Stadtkirchen-Pfarrer gleichzeitig deutlich machen, dass Weihnachten auch ein Fest der Heimatlosen ist ­– "wörtlich und im übertragenen Sinn". Schließlich gebe es genügend Menschen, die auf der leiblichen Flucht oder innerlich stets auf der Suche nach Heimat sind. Gölz fasst den Begriff Heimat aber noch weiter: "An Weihnachten kommt Gott in seine Heimat. Was bedeutet dies für die Welt, was besagt es im Umgang mit unserer Erde?", möchte er damit den Blick auf die Ehrfurcht vor der Schöpfung lenken. Und vielleicht, so hofft er, kommt auch die Doppeldeutigkeit des Begriffs bei den Gottesdienstbesuchern an: "Heimkommen bedeutet auch zur Ruhekommen." Diese Ruhe kann Klaus Gölz selber bereits in der Christnacht spüren. "Da herrscht eine ganz andere Atmosphäre als zuvor. Für mich ist es etwas sehr Wertvolles."

"Weihnachten ist ein Fest, das alle Menschen ganz tief anrührt: liebevoll, seelsorglich und fürsorglich", findet derweil die evangelische Krankenhauspfarrerin Elke Schott. Sie wird am ersten Weihnachtsfeiertag um 18 Uhr den ökumenischen Gottesdienst im Schwarzwald-Baar Klinikum gestalten.

Im Evangelium, der Weihnachtsgeschichte, seien Archetypen angelegt, die man stets in Verbindung mit der eigenen Persönlichkeit bringen kann. "Was heißt es, ein Kind zu bekommen? Was heißt es auf der Flucht zu sein? Was heißt es, vertrieben zu werden – von Zuhause, aus dem Job, aus einer Beziehung?" All diese "Menschheitsthemen", die in der Weihnachtsgeschichte verankert sind, möchte Schott in ihrer Predigt ansprechen, um somit eine Standortbestimmung zu ermöglichen: "Wo bin ich gerade bei diesem Fest?" Dabei soll auch Rückschau auf das vergangene Jahr gehalten werden. Doch beim Gottesdienst in der Klinik, der im Andachtsraum stattfindet und vom Posaunenchor Villingen mitgestaltet wird, gehe es, so Schott, auch um die Zerbrechlichkeit des Lebens, um Dinge und Geschehnisse, auf die der Mensch keinen Einfluss hat, und um den Umgang mit der Hilflosigkeit.

"Plötzlich rutscht man aus, das Leben stellt sich von einen auf den anderen Moment auf den Kopf", nennt sie als Beispiel. Möglichst viele Menschen – Patienten, Angehörige und Externe – soll der Gottesdienst erreichen. Und für diejenigen, die es nicht in den Andachtsraum schaffen, wird er sogar über die Radioanlage auf die Krankenzimmer übertragen.

Den "Sehnsuchtsort Weihnachten" möchten Andreas Schulz und Michael Schuhmacher, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar-Baar, in ihren Predigten aufgreifen. Viele Traditionen seien mittlerweile abgebrochen, gleichzeitig verspürten viele Menschen aber die Sehnsucht nach etwas Unvergleichbarem, nach Heil, nach Heilung und Frieden, macht Schulz deutlich. Damit eng verknüpft: „das Zusammenkommen als Familie“. Weihnachten als Fest des Kommerz‘, das stehe gar nicht mehr so sehr im Vordergrund. "Es muss nicht die Größe des Geschenk seins, sondern es muss von Herzen kommen", sagt der Pfarrer. All diese Aspekte sollen in den Gottesdiensten zusammenfließen und erlebbar werden, allerdingst nicht nur in den Predigten, sondern auch in der Liturgie, die die übrigen Sinne anspricht. "Weihnachten greift zum Beispiel mit den ausgewählten Liedern die tiefe Dimension des Menschseins auf", findet Schulz, und lädt gleichzeitig alle "Sehnsuchtssuchenden" ein: "Wir freuen uns über jeden, der sich auf den Weg macht."

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