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Villingen-Schwenningen Dichtes Gedränge in Schulbussen

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Abstandhalten? Manche Schüler, die die Busse im Landkreis zu Stoßzeiten nutzen, halten diese Aufforderungen für einen schlechten Scherz. Sie berichten von zusammengepferchten Zuständen. Das Landratsamt sieht aber keine Überlastung und verweist auf die Pflicht der Alltagsmaske Foto: Eich

Schwarzwald-Baar-Kreis - Abstandhalten? Manche Schüler, die die Busse im Landkreis zu Stoßzeiten nutzen, halten diese Aufforderungen für einen schlechten Scherz. Sie berichten von zusammengepferchten Zuständen. Das Landratsamt sieht aber keine Überlastung und verweist auf die Pflicht der Alltagsmaske

Keine klassenübergreifenden Veranstaltungen, keine Vermischung von Schülergruppen, strenge Abstandsregelungen: Mit weitreichenden Maßnahmen wollen Schulen derzeit die Infektionsgefahr unter den Schülern eindämmen.

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Doch was nützen die ganzen Vorkehrungen, wenn die Schüler anschließend dicht gedrängt im Bus fahren? Das fragen sich Eltern, dessen Kinder davon berichten, dass sie zusammengepfercht mit Schülern anderer Klassen und Bildungseinrichtungen durch den Landkreis fahren. "Haut an Haut", so berichtet ein Vater aus St. Georgen, seien die Kinder im Bus gestanden. "Die Schüler wurden dann aufgefordert, die Schulränzen abzunehmen, um noch mehr Kinder reinzustopfen", so der Vater zu der Situation an einer der Haltestellen auf dem Weg zu einem Schulzentrum.

Busfahrer reagieren wirsch

Auch aus anderen Ecken des Landkreises erreichen unsere Redaktion Informationen, wonach vom geforderten aber auch gewünschten Abstandhalten angesichts der Pandemielage keine Rede sein kann. Vielmehr hätten Busfahrer wirsch reagiert, wenn kein Platz für nachrückende Schüler gemacht wurde.

Auf Anfrage des Schwarzwälder Boten erklärt die Pressesprecherin des Landratsamtes, Heike Frank, dass Mitarbeiter der Nahverkehrsabteilung in der vergangenen Woche zu den maßgeblichen Schulbeginn- und Schulendzeiten an verschiedenen Orten im Kreisgebiet unterwegs waren, um sich zur Situation einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse könne man jedoch die Einschätzung, dass die Busse mit Schülern "überlastet" wären, "generell nicht teilen". Frank: "Dies würde ja bedeuten, dass der Busfahrer niemanden mehr einsteigen lassen dürfte, was wiederum zur Konsequenz hätte, dass Schüler an der Haltestelle stehen gelassen und nicht mitgenommen werden könnten." Eine solche Rückmeldung haben das Landratsamt bisher aber weder von Schulen noch von Eltern erhalten.

Dichtes Gedränge sei nicht unüblich

Tatsächlich seien nach Einschätzung der Nahverkehrsabteilung viele Schulbusse im Moment noch "vergleichsweise schwach besetzt". Dies sei im September auch eine durchaus übliche und aufgrund des aktuell noch sehr guten Wetters eine plausible Einschätzung, da viele Schüler noch mit dem Fahrrad oder zu Fuß den Weg zur Schule zurück legen würden. "Richtig ist aber, das es durchaus Verbindungen gibt, auf denen die Busse gut belegt sind", so die Pressesprecherin.

Frank betont in diesem Zusammenhang, dass im ÖPNV das bestehende Abstandsgebot ohnehin nicht immer einzuhalten ist - in der Schülerbeförderung treffe dies im Besondere zu. Es sei daher nicht unüblich, "dass man für längere Zeit etwas enger steht oder aneinander vorbeigehen muss".

In solchen Situationen werde das Infektionsrisiko durch das Tragen einer Alltagsmaske reduziert. Daraus resultiert ohnehin die seit dem 27. April geltende Verpflichtung, sowohl in Bussen und Bahnen, als auch an Haltestellen und Bahnsteigen, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Frank: "Hier ist es wichtig, dass die Eltern der Schüler ihre Kinder dazu anhalten, die Maskenpflicht auch konsequent einzuhalten."

Landratsamt vermisst Entgegenkommen der Schulen

Um insbesondere für die anstehenden dunklen und kalten Jahreszeiten gewappnet zu sein, prüft das Landratsamt aktuell aber, in wie fern das Landesprogramm zum Einsatz zusätzlicher Busse auch im Schwarzwald-Baar-Kreis genutzt werden kann. Hierbei sei jedoch zu berücksichtigen, dass die Förderung des Landes nur 80 Prozent der anfallenden Kosten umfasst und die verbleibenden 20 Prozent von den Stadt- und Landkreisen getragen werden muss.

Auch in Schramberg herrschen chaotische Zustände in Schulbussen

Darüber hinaus kommt eine Förderung nur dann in Betracht, wenn bei den bereits vorhandenen Bussen 100 Prozent der Sitz- und 40 Prozent der Stehplätze ausgelastet sind. "Aktuell sind wir dabei zu prüfen, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind. Anschließend müssen entsprechende Angebote für die gegebenenfalls benötigten zusätzlichen Busse eingeholt werden", so Frank zum aktuellen Stand.

Allerdings vermisst man beim Landratsamt auch ein Entgegenkommen seitens der Schulen, wenn es um die Erstellung der Fahrpläne geht. Hier seien die ÖPNV-Experten immer wieder im Gespräch mit Schulen und Schulleitern. "Die Bereitschaft, die Belange des ÖPNV beziehungsweise der Schülerbeförderung bei der Stundenplanung zu berücksichtigen, ist dabei in der Regel überschaubar", so Frank.

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