Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 22. Folge dieser Serie geht es um zhinterefür, zhinterfirsche, zunderschtiobsi, zimmli, zimpfdig. Hier wird dem Wort gern mal ein z vorgesetzt oder auch mal ein x.

"zhinterefür" hat dabei die Bedeutung für verkehrt, durcheinander, das Hinterste zuvorderst, aber eventuell auch etwas wirr im Kopf sein.

Jetz bin i jo ganz "zhinterefür", du bringsch mi reacht "durrenand", do mueß ich "zerscht" mol in Rueh drüber "hirne"!

Soviel wie, sehr umständlich, ist dann "zhinterfirsche" also ungeschickt von hinten nach vorn holen, "zunderschtiobsi" ist eigentlich desgleichen nur aus anderer Richtung. Das Unterste noch oben holen.

Bewundert man etwas sehr, dann mit dem Wort "zimpfdig". Man sagt dann: "Des isch aber ›zimpfdig‹!", also besonders gut, zünftig, toll, hervorragend oder zumindest "zimmli guet", also sehr gut. Das Wort kommt wohl von Zunft, da die verschiedenen Zünfte auf korrekte Ausübung der jeweiligen Arbeit wachten.