Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Das sagen Tierschützer zur Kentucky Fried Chicken (KFC)-Ansiedlung in VS

Von
Im Frühjahr soll das Restaurant in Villingen-Schwenningen eröffnet werden. Foto: (nk)

Villingen-Schwenningen - Beim Schwarzwald-Baar-Center wird derzeit ein Restaurant des Hähnchenspezialisten Kentucky Fried Chicken (KFC) gebaut. Die Eröffnung soll im Frühjahr 2020 sein. Was Tierschützer von der Ansiedlung des Fastfood-Riesen halten, wann genau die Eröffnung in VS ist und welchen Tierhaltungs-Standards sich KFC verpflichtet hat - das alles lesen Sie in unserem (Schwabo plus)-Artikel.

Der Tierschutzverein Villingen-Schwenningen sieht die Massentierhaltung von Hühnern und damit auch KFC generell kritisch. Allerdings möchte der Verein nicht mit erhobenem Fingerzeig auftreten. Schließlich seien Tierschützer nicht automatisch Veganer oder Vegetarier, betont die stellvertretende Vorsitzende Theresia Lydia Schonhardt.

Veganer von Trendwende überzeugt

Thomas Baumann von der Facebook-Gruppe "Schwarzwald-Baar vegan" stört sich nicht (mehr) an der Ansiedlung des KFC. Die amerikanische Kette werde "sich einem wandelnden Markt wie alle anderen Akteure anpassen (müssen)". Baumann blickt in Bezug auf das Thema Fleischkonsum auf "viele positive Entwicklungen im Einzelhandel und in der Gastronomie". Er sieht ein Umdenken der Gesellschaft hin zu einer pflanzenbasierten Kost und meint: "Vielleicht dauert es noch einige Jahre - aber der Trend lässt sich klar ablesen und nicht aufhalten."

Die Vorteile einer pflanzenbasierten Kost lägen auf der Hand und die Nachteile einer Tierausbeutungsindustrie seien erschlagend. Das lasse sich nicht mehr unter den Tisch kehren. Baumann führt weiter aus: "Ohne die großen Konzerne und Ketten, die auf den Zug aufspringen oder sogar Pioniere sind, geht es gar nicht. Die Massen werden über ihre Gewohnheiten erreicht!" Wenn KFC in Zukunft pflanzliche "Chicken Wings" anbieten würde, die kaum vom Original zu unterscheiden seien, "dann wird Fleisch zunehmend und zu Recht verpönt sein!", ist der Veganer überzeugt.

Peta fordert pflanzlichen Weg

Bislang steht das C von KFC allerdings in erster Linie für Chicken. Und Lisa Kainz, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie, übt Kritik am Fleischkonsum, der von KFC propagiert wird. Er habe "massive negative Auswirkungen auf die Umwelt" und befördere das Leiden von Tieren. Zwar sei es zu begrüßen, dass KFC und auch andere Ketten mittlerweile vegane Angebote hätten, es sei aber klar, dass das "nichts mit plötzlicher Tierliebe zu tun" habe. Da gehe es um Marketingzwecke, unterstellt Kainz. Sie sieht nur eine Lösung für das Problem: kein Fleisch essen. Für Anbieter wie KFC fordert auch sie: die Speisekarte nach und nach komplett auf fleischlose Gerichte umstellen. "Wir wünschen uns einen zukunftsorientierten, pflanzlichen Weg", führt die Agrarwissenschaftlerin aus. Hühner seien intelligente Lebewesen und selbst wenn es keine Massentierhaltung und höhere Haltungs-Standards gebe, sei das zu wenig.

KFC macht bei Masthuhn-Initiative mit

Höhere Haltungs-Standards einzuhalten, dazu hat sich der Fastfood-Riese erst im Juli bereit erklärt. So hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative (Better Chicken Commitment - kurz BCC) bis 2026 umzusetzen. Hinter der Masthuhn-Initiative stehen die "Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt" und knapp 30 weitere Tierschutzorganisationen aus ganz Europa.

KFC hat keine eigene Geflügelzucht und bezieht sein Hähnchenfleisch bislang von Lieferanten, die den Anforderungen der deutschen und europäischen Lebensmittelgesetzgebung entsprechen. Mit dem Commitment verpflichtet sich KFC, diese Standards noch einmal zu erhöhen und die Auditverfahren des BCC für die Lieferanten einzuhalten.

Zum BBC gehören unter anderem Tageslicht, Sitzstangen, Beschäftigungsmöglichkeiten und mehr Platz in den Ställen sowie die Verwendung nicht so stark überzüchteter Tiere. Die Kriterien des BBC gehen damit über die der "Initiative Tierwohl" hinaus. Insgesamt haben sich bereits über 200 Unternehmen aus den USA und Europa, darunter Dr. Oetker, Nestlé und Unilever, dazu verpflichtet, die Kriterien zu erfüllen. Mehr über die Europäische Masthuhn-Initiative erfahren Sie auf masthuhn-initiative.de.

Restaurant in VS wird im Frühjahr 2020 eröffnet

Zurück zur Baustelle in Villingen-Schwenningen: Auf der Fläche beim Schwarzwald-Baar-Center läuft es nach dem langen Hin und Her mittlerweile rund. Das Gebäude steht bereits, derzeit wird am Endausbau gearbeitet. Das berichtet Franchise-Nehmer Abraham Bulun. Er versichert: Wenn das Wetter mitmache, sei eine Eröffnung Mitte, Ende Februar - spätestens im März 2020 - möglich.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.